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Montag, 25. Januar 2016, 10:37

Taxonomie muss nicht trocken sein

Hallo allerseits,

hab hier noch was auf dem Desktop liegen, was ursprünglich mal als Artikel für die KuaS gedacht war. Allerdings war dann doch der Inhalt etwas zu heikel formuliert, dass man verständlicherweise lieber davon Abstand nahm. Hätte das Ganze natürlich auch "entschärfen" können, wodurch dann allerdings der rote Faden etwas gelitten hätte. Egal, wenn ich´s schon da hab, dann halt gerne hier:

Taxonomie mal anders

Es gibt Sammler, deren Hauptaugenmerk auf der Taxonomie samt deren Komplexität liegt und es gibt Sammler frei nach dem Motto „Ich pflege Pflanzen und keine Schilder – Namen sind Schall und Rauch“. Die zweitgenannte Einstellung ist insofern verständlich, da die Taxonomie der Kakteen einem stetigen Wandel unterliegt. „Panta rhei“ trifft nicht nur in der Evolution zu, sondern auch bei unseren sukkulenten Lieblingen.

Dabei muss Taxonomie an sich gar nicht immer trocken sein, wenn man sie mal unter einem etwas anderen Blickwinkel betrachtet. Zumindest frag ich mich manchmal, was die Biologen geritten hat, als sie sich den einen oder anderen Namen einfielen ließen. Früher ging man wohl einfach davon aus, dass man unter sich sei und der ungebildete Normalsterbliche mit dem Namen sowieso nichts anfangen kann. Wie sonst kann die Gemeine Stinkmorchel unserer heimischen Wälder zu dem provokativen Namen Phallus impudicus kommen? Wobei, ein kurzer Blick auf die Morchel reicht als Erklärung vollkommen aus: Ein unverschämter, erigierter Phallus.
https://de.wikipedia.org/wiki/Gemeine_Stinkmorchel

Oder auch die Gattung Amorphophallus aus der Familie der Aronstabgewächse (Araceae) samt dem Titanenwurz, mit der viel gerühmten, größten Blume der Welt, trägt ihren Namen „unförmiger Penis“ nicht ganz zu unrecht.
Natürlich mussten nicht nur männliche Geschlechtsmerkmale aus der Humanbiologie für Namensgebungen in der Flora herhalten. Unschuldige Verwandtschaft unserer beliebten Gartenbohne bekam den Namen Clitoria (hier dürfte keine Übersetzung nötig sein) und die Namensgebung bezieht sich sicherlich nicht auf den Blütenduft. Treffenderweise ist diese Gattung u.a. auch noch im Amazonasbecken beheimatet, aber das kann nur Zufall sein.

Taxonomie muss also sicher nicht trocken sein und zum Glück blieben unsere Kakteen und anderen Sukkulenten von solchen Ferkeleien bei der Namensgebung verschont. Oder etwa doch nicht? Aber fangen wir lieber von vorne an: Was ist sinnvoll bei der Namensgebung zu beachten? Hier gibt es ja bekanntlich die drei Klassiker: Namen (Entdecker, Wissenschaftler, etc.), geographische Herkunft oder besondere, auffällige Merkmale der neu zu beschreibenden Pflanze.

Nichts gegen die Würdigung verdienter Persönlichkeiten, aber als Pflanzenname ist die für uns Pflanzenfreunde meist nicht so sonderlich spektakulär. Viel interessanter sind da schon die Inspirationen des Habitus, welche insbesondere bei den Kakteen zu ein paar wirklich gelungenen Namen geführt haben:

Armatocereus – der bewaffnete Cereus

Astrophytum ornatum – die geschmückte Sternpflanze

Austrocylindropuntia – die südliche Zylinderopuntia (in Anlehnung an die nord- und mittelamerikanischen Zylinderopuntien)

Cumulopuntia – die Haufenopuntia

Pelecyphora aselliformis und Pelecyphora strobiliformis – die asselförmige- sowie die zapfenförmige Beilträgerin (bei den Namen reicht wirklich ein kurzer Blick auf die jeweilige Pflanze, um jegliche Verwechslungsgefahr im Keim zu ersticken).

Rebutia muscula – das Mäuschen unter den Rebutien

Diese Liste ließe sich jetzt natürlich noch lange fortsetzen und sicher hat jeder Leser seine persönlichen Beispiele auf Lager. Zugeben muss man jedoch, dass solche Bezeichnungen doch sicher schöner und aussagekräftiger sind, als Benennungen nach Menschen.
Aber auch hier gibt es natürlich Ausnahmen. Einer meiner persönlichen Lieblingskakteennamen fällt sogar unter diese Kategorie: Obregonia denegrii – treffender kann doch ein mexikanischer Kaktus nicht benannt werden!


General Álvaro Obregón Salido war mexikanischer Revolutionsführer, bevor er Präsident der Republik wurde. Zu Beginn seiner zweiten Amtszeit wurde er allerdings 1828 von einem katholischen Geistlichen erschossen.
Das Epitheton ehrt Ramón P. de Negri, welcher ebenso an der mexikanischen Revolution beteiligt war. Hätte Frič später gelebt, wäre es durchaus möglich, dass heute eine chilenische Gattung nach Salvador Allende benannt wäre.

Der Vollständigkeit halber sollen natürlich auch andere Sukkulenten erwähnt werden, welche über durchaus interessante Namen verfügen. Beispielsweise die Gattung Anacampseros aus der Familie der Anacampserotaceae, welche somit angeblich die Liebe zurückbringt.


Oder die Gattung Cynanchum aus der Unterfamilie der Asclepiadoideae. Hier soll der Name „erwürgter Hund“ (griechisch: „kýōn“ = Hund und „ágchein“ = würgen) wohl auf die Giftigkeit der Pflanzen hinweisen.

Wobei sich aber natürlich auch hier die erheiternde Liste noch lange fortsetzen ließe.

Wer sich aber nun fragt, was das alles mit den eingangs angeführten Namen zu tun hat, welche es doch bei unseren Kakteen und anderen Sukkulenten gar nicht gibt, dem kann auch gerne geholfen werden. Selbstverständlich sind solche Frivolitäten nicht ganz spurlos an selbigen vorbeigegangen. Aber was genau meinte Alwin Berger seinerzeit wohl, als er Peniocereus diesen Namen verpasste? Selbstverständlich kann man nun „Penio“ auch wohlwollend mit „Faden oder Stab“ übersetzen, aber es steht schon zu befürchten, dass er das gemeint hatte, woran man bei „Penio“ auch im ersten Moment denkt. Dennoch bleibt offen, ob damit die schlanken Triebe gemeint waren oder doch die etwas auffällig wirkenden Knospen, beispielsweise beim Peniocereus viperinus. Und ganz unter uns: Die „schlangenartige Peniskerze“ ist doch auch deutlich treffender als die „schlangenartige Fadenkerze“, oder? Soll nochmals jemand sagen, Taxonomie ist langweilig und trocken.


Wer die Thematik etwas vertiefen will, der darf gerne hier noch eine Runde stöbern: https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_skur…us_der_Biologie - hierzu besten Dank an Norbert, der über diese herrliche Auflistung gestolpert ist. :D
Quelle u.a.: Dr. Dieter Helm, "Biologie der Kakteen"
"Man vermeide, wenn man sich schon mit Kakteen befassen will, jede Art von Humor und Toleranz." - Glossen-Autor aculeatus in der Stachelpost 1969


2

Montag, 25. Januar 2016, 10:55

Danke, dass du es wenigstens hier veröffentlichst! Aber eventuell für einige Leute wohl zu freizügig und bevor sich jemand daran stört lieber gar nicht... Schade!

3

Montag, 25. Januar 2016, 11:43

Herzlichen Dank für den tollen Artikel, Matthias :thumbup:
Ich kann die Entscheidung, ihn nicht in der KuaS zu veröffentlichen zwar nachvollziehen, aber wie Anton auch schon schreibt: Schade!
Es ist ausgesprochen amüsant, Taxonomie mal aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten - und bringt dazu, sich vielleicht künftig den einen oder anderen Gedanken mehr darüber zu machen als nur: "Ooch ne, schon wieder Taxonomie.....wie öde." Gar nicht öde - wie man bei dir lesen kann.
Ich würde ja eigentlich dich gern mal einen Kaktus taufen lassen - und wäre gespannt, was dabei herauskäme ...........bestimmt kein "kistianum"......... :whistling:

4

Montag, 25. Januar 2016, 11:45

Ja, ich kann auch verstehen, dass man bei der KuaS-Redaktion lieber etwas Vorsicht walten lässt. Man weiß ja nie, wie letztendlich diverse stockkonservative Kleingeister auf solch infame Provokation reagieren.
Freut mich aber sehr, wenn´s gefällt! 8o
"Man vermeide, wenn man sich schon mit Kakteen befassen will, jede Art von Humor und Toleranz." - Glossen-Autor aculeatus in der Stachelpost 1969


5

Montag, 25. Januar 2016, 12:24

Wieder die von Matze bekannte humorvolle Kurzweil!! Sehr schön formuliert!!
Warum aber nimmt die Red. davon Abstand?
Wir leben in 2016 nicht in 1956!! Man darf auch dort gerne "aufwachen"! Ich hätte einen Artikel draus gemacht!! ;)
Sukkulentenfieber ist eine schwere Krankheit! Wer sich infiziert hat, ist nicht zu retten!
Hauptsache, der frühe Vogel säuft nicht meinen Kaffee!!
Tom

6

Montag, 25. Januar 2016, 22:04

Man weiß ja nie, wie letztendlich diverse stockkonservative Kleingeister auf solch infame Provokation reagieren.
Vereinsausschlussverfahren?
Seit wann hast du denn eine so vorauseilende Schere im Kopf? Diesen Artikel von dir fand ja sogar ich ausnahmsweise mal witzig :rolleyes:

Liebe Grüße
Manni

7

Sonntag, 31. Januar 2016, 16:09

Matthias, vielen Dank für den lehrreichen und sehr unterhaltsamen Artikel. :thumbsup:

Allerdings war dann doch der Inhalt etwas zu heikel formuliert

Das kann ich nicht nachvollziehen. Die obszönen Passagen sind doch nicht ein Resultat Deiner Phantasie, oder? :D In diesen Zusammenhang passt eine Bemerkung, die ich vor längerer Zeit aufgeschnappt habe: "Wissenschaftler sind auch nur Menschen". Leider kann ich mich nicht mehr daran errinnern, von wem dieser Satz stammt.

Hätte Frič später gelebt, wäre es durchaus möglich, dass heute eine chilenische Gattung nach Salvador Allende benannt wäre.

Diesen berechtigten Gedanken hat ja bereits D. Helm in dem von Dir als Quelle angeführten und empfohlenen Buch "Biologie der Kakteen" (S. 65) geäußert. Bis zur Lektüre dieses Buches wusste ich nicht, dass Alberto Vojtěch Frič ein bekannter Kakteensammler war. Ich kannte ihn nur als Ethnologen. Sein Name begegnete mir im Zeitraum von 2000-2002 in verschiedenen Archiven. Frič war in Brasilien im Auftrag der Königlichen Museen (Berlin) unterwegs, und verurteilte öffentlich die Verfolgung und Ermordung von Xokleng-Indianern durch deutsche Kolonisten. Sein politisches Engagement hatte Folgen; siehe u.a. hier. Bis zum Jahr 2004 wollte ich einen Artikel mit dem Titel der "Der Fall Frič" schreiben, kam aber aufgrund anderer Verpflichtungen nicht dazu. Mittlerweile ist eine Dissertation zu diesem Thema erschienen.

Gruß,
Norbert

8

Sonntag, 31. Januar 2016, 20:53


Allerdings war dann doch der Inhalt etwas zu heikel formuliert

Das kann ich nicht nachvollziehen.


Naja, man muss halt wissen, dass die Redakteure der KuaS alles alte, verknöcherte, humorlose Typen sind :D Aber bitte nicht weitersagen.


Gruß,

Hardy <-- humorlos 8)

9

Sonntag, 31. Januar 2016, 20:58

Redakteure der KuaS alles alte, verknöcherte, humorlose Typen

....ich hab es ja immer geahnt! Manuskripte lohnen sich ja dann wohl doch nicht......... 8o
Sukkulentenfieber ist eine schwere Krankheit! Wer sich infiziert hat, ist nicht zu retten!
Hauptsache, der frühe Vogel säuft nicht meinen Kaffee!!
Tom

10

Sonntag, 31. Januar 2016, 21:07

Besten Dank für die Links! Ich glaub Frič dürfte der Entzug des Empfehlungsschreibens nicht ganz so getroffen haben...
Frič war übrigens einer der ganz großen Kakteensammler. Schiffeweise hat er seinerzeit die Pflanzen dort ausgegraben und nach Europa transferieren lassen. Dabei hat er auch so allerlei Entdeckungen im Feld gemacht.

Politik in einem KuaS-Forum ist natürlich immer heikel, allerdings kommt man in dem Fall nicht so ganz drum rum. Jedenfalls war es von Frič natürlich ein klares, politisches Statement, als er die Obregonia denegrii benannt hatte. Zumal ja neben Álvaro Óbregon auch Ramón P. de Negri bei der mexikanischen Revolution nicht ganz untätig war. Verständlich, dass jemand wie er auch einen tiefen Respekt vor den Ureinwohnern des amerikanischen Kontinentes hatte.
Ganz im Gegensatz zu Ritter seinerzeit, der ja ständig und unmißverständlich vor diesen primitiven Wilden warnte. Sein Albtraum war ja eine Durchmischung der wilden "Rassen" mit Europäern. Dies würde den Untergang der zivilisierten Welt bedeuten! Dabei hätte gerade jemand mit seinem Hintergrund eigentlich wissen müssen, dass so eine Erweiterung des Genpools noch nie geschadet hat. ;) Und irgendwo spiegeln die beiden auch wunderbar die politische Grundeinstellung in ihren Herkunftsländern damals wider...

Zum Glück weiß man mittlerweile, dass Ritters Grundeinstellung wohl ziemlich an der Realität vorbeiging - allerdings steht zu befürchten, dass dies heute leider immer noch nicht längst alle kapiert haben!
Abgesehen davon würde ich persönlich es begrüßen, wenn irgendwelche Pflanzen nach Allende benannt werden würden. ;) Vor allem wenn man sieht, was mit Pinochet danach kam... ;(

So, jetzt aber lieber Themenwechsel:
Freut mich sehr zu lesen, dass du dich wirklich mit dieser Buchempfehlung beschäftigt hast. Ich hoffe, du hattest ein herrliches Lesevergnügen! :D

Und klar, prinzipiell würde ich mich mit diesem Artikel nicht sonderlich angreifbar machen, da ja das alles letztendlich nicht auf meinem Mist gewachsen ist. Ich habe lediglich die Fakten zusammengetragen - und das an sich kann ja eigentlich nicht verwerflich sein, oder? ;)

@ Manni: Ich freue mich auch dir ein paar amüsante Leseminuten beschert zu haben. 8o

@ Hardy: Sag bloß du kennst einen dieser humorlosen Redakteure?
"Man vermeide, wenn man sich schon mit Kakteen befassen will, jede Art von Humor und Toleranz." - Glossen-Autor aculeatus in der Stachelpost 1969


11

Sonntag, 31. Januar 2016, 21:21

@ Hardy: Sag bloß du kennst einen dieser humorlosen Redakteure?


Hardy <-- humorlos
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Hauptsache, der frühe Vogel säuft nicht meinen Kaffee!!
Tom

12

Samstag, 19. März 2016, 22:57

Zeitbedingt bin ich nur noch selten hier im Forum unterwegs.
Deshalb kommt mein Kommentar zu Matzes Artikel verspätet. Aber besser spät als nie...
Schade, dass der Artikel "nur" hier veröffentlicht wurde. Lehrreich, interessant, und wie von Matze gewohnt mit Humor versehen. :thumbsup:
Es wäre schon sehr interessant gewesen, wie man woanders im Falle der Veröffentlichung auf den Artikel reagiert hätte. Echte Angriffspunkte liefert er keine. Alle erwähnten Körperteile sind Bestandteil entweder eines weiblichen oder männlichen Menschen und werden mehrmals täglich benötigt, um lebensnotwendige Stoffwechselvorgänge "abzuschliessen" und dienen hoffentlich zusätzlich jedem Menschen dazu ein Stück zur Lebensfreude beizutragen.
Ausserdem möchte ich die Gelegenheit beim Schopf fassen und einige Bemerkungen zur Taxonomie machen, die ich schon immer mal "loswerden" wollte.
Dass die Taxonomie einem stetigen Wandel unterliegt lässt sich naturgemäss nicht vermeiden. Was mich aber ärgert ist, wie sie sich ändert. Meines Erachtens ist die Wissenschaft für den Menschen da und nicht umgekehrt.
Es werden permanent Gattungen zusammengefasst andere neu aufgestellt und Arten zwischen ihnen hin- und hergeschoben. Dafür gibt es sicherlich wissenschaftliche Gründe. Schön wäre es, wenn diese "Schiebereien" zumindest ansatzweise auch für jemanden, der kein Taxonomiefetischist und/oder Botaniker ist, wenigstens ansatzweise oder teilweise nachvollziehbar wären.
Ganz früh gab es eine wirklich nur eine Gattung Cereus. In ihr waren ALLE Säulenkakteen enthalten. Diese Einteilung war sicherlich zu grob und deshalb nur eingeschränkt sinnvoll aber für jeden Laien logisch nachvollziehbar und einprägsam. Ein Laie, der anfängt sich mit den Pflanzen und ihrer wissenschaftlichen Namensgebung zu befassen, kann schon nach kurzer Zeit z. B. eine Mammillarie, einen Gymnocalycium oder einen Astrophytum zumindest der richtigen Gattung zuordnen.
Aber bitte, welche Gründe gibt es z. B. die Gattung Notocactus in der Gattung Parodia aufgehen zu lassen. ?(
Meine Notosämlinge waren jedenfalls und werden auch in Zukunft Notosämlinge bleiben! Schönen Gruss an TOM! Da sind wir uns wohl einig! ;)
Ebensowenig ist es nachvollziehba,r die Gattung Trichocereus in Echinopsis zu integrieren. Weitere Beispiele erspare ich mir hier.
Insbesondere eine Person, die es sich ehrenswerterweise zur Aufgabe gemacht hat, die Nomenklatur vollständig zu überarbeiten, fällt (nicht nur) mir dabei besonders unangenehm auf.
Den Namen möchte ich hier nicht erwähnen. Ich bin davon überzeugt, dass jeder, der diesen Beitrag liest, ohnehin weiss, wer gemeint ist. Ausserdem hat er inzwischen wahrscheinlich auch seinen eigenen Namen überarbeitet und die Gattung gewechselt.

So, das musste mal raus :!:
Es gibt kein Rezept für den Erfolg. Ausser vielleicht das Leben bedingungslos zu akzeptieren mit allem, was es bringt.

13

Samstag, 19. März 2016, 23:21

kann schon nach kurzer Zeit z. B. eine Mammillarie, einen Gymnocalycium oder einen Astrophytum zumindest der richtigen Gattung zuordnen.

...im Bezug auf "Deine Gattung Cereus", müßten diese Gattungen dann aber alle Echinocactus heißen!

Da sind wir uns wohl einig!

...aber sowas von einig!! :thumbup:

Weitere Beispiele erspare ich mir hier.

...diese Liste ließe sich ziemlich lang gestalten.... :wacko:

Aber bitte welche Gründe gibt es z. B. die Gattung Notocactus in der Gattung Parodia aufgehen zu lassen.

....wie bei anderen "Umstellungen" auch, gibt es die durchaus komfortable Möglichkeit, seinen eigenen Namen bestens zu platzieren! ;)

Den Namen möchte ich hier nicht erwähnen.

...da fallen mir mindestens noch fünf weitere Namen ein!! :whistling:
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Tom

14

Samstag, 19. März 2016, 23:40

....wie bei anderen "Umstellungen" auch, gibt es die durchaus komfortable Möglichkeit, seinen eigenen Namen bestens zu platzieren!
Ach daher weht der Wind...Ich bin obwohl lange genug auf dieser Welt immer noch naiv. :huh:
Jetzt sehe ich taxonomisch deutlich klarer.

Danke für den Hinweis! :thumbup:
Es gibt kein Rezept für den Erfolg. Ausser vielleicht das Leben bedingungslos zu akzeptieren mit allem, was es bringt.

15

Samstag, 19. März 2016, 23:45

Jetzt sehe ich taxonomisch deutlich klarer.

....wobei mir allerdings klar ist, dass Dir das sicher vorher auch klar war. ;)
Es gibt immer wieder Einen, der dem Anderen meint, etwas voraus zu haben oder es wesentlich besser zu wissen. Das reicht bei uns Menschen schon lange aus, uns vor Diesem zu platzieren, ob berechtigt oder nicht! 8| :huh: 8) :wacko: :whistling:
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Tom

16

Sonntag, 20. März 2016, 00:21

....wobei mir allerdings klar ist, dass Dir das sicher vorher auch klar war. ;)

Ganz im Ernst! Der Gedanke ist mir vorher nie in den Sinn gekommen. Das kannst Du mir glauben. Der Irrtum meinerseits lag in der Annahme, dass Botaniker pure Pflanzenliebhaber und Wissenschaftler sind. Das es "normale" Menschen sind mit den üblichen "niederen" Motiven ausgestattet, von denen wir alle der eine mehr, der andere weniger etwas in uns haben, ist mir merkwürdigerweise nie in den Sinn gekommen. Das hört sich jetzt komisch an. Ist aber so. :pinch:
Es gibt kein Rezept für den Erfolg. Ausser vielleicht das Leben bedingungslos zu akzeptieren mit allem, was es bringt.

17

Sonntag, 20. März 2016, 00:57

Das es "normale" Menschen sind

....in Wirklichkeit sind sie ja unsere Götter, zwar nicht in weiß,aber der eine oder andere, welcher vorher eine wirklich eigene Meinung hatte, ist, nachdem man ihm ein tolles Amt gab, ihn auch mal seinen Namen verewigen lassen durfte, tatsächlich umgeschwenkt und hat nun eine andere eigene Meinung, jaja, so geht das. Aber das ist wieder etwas ganz Andreas, äh, sorry, etwas anderes..........hui, nun wird es aber Zeit für eine Mütze voll Schlaf!! :whistling:
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Tom

18

Sonntag, 20. März 2016, 01:12

Das die Taxonomie einem stetigen Wandel unterliegt lässt sich naturgemäss nicht vermeiden. Was mich aber ärgert ist, wie sie sich ändert. Meines Erachtens ist die Wissenschaft für den Menschen da und nicht umgekehrt.

Es werden permanent Gattungen zusammengefasst andere neu aufgestellt und Arten zwischen ihnen hin- und hergeschoben. Dafür gibt es sicherlich wissenschaftliche Gründe. Schön wäre es, wenn diese "Schiebereien" zumindest ansatzweise auch für jemanden der kein Taxonomiefetischist und/oder Botaniker ist wenigstens ansatzweise oder teilweise nachvollziehbar wären.
Hallo,
meine Meinung dazu: Wissenschaft ist nicht für Menschen da. Wissenschaft geht den Dingen auf den Grund, auch wenn das für den Menschen manchmal wenig angenehm ist. Wir stünden wahrscheinlich ohne Einsteins spezielle Relativitätstheorie besser da, denn sie bildete eine Grundlage für die Entwicklung der Atombombe. Und genauso ist es für einen Wissenschaftler irrelevant, ob seine Erkenntnisse zu Verwandschaftsverhältnissen unter Kakteen uns Kakteengärtnern behagt oder nicht. Man muss die Systematik nur völlig emotionslos sehen. Warum müssen wir uns auf den Schlips getreten fühlen, wenn ein Wissenschaftler plötzlich meint, ein Trichocereus heißt ab sofort Echinopsis? Es kann uns doch eigentlich fast egal sein. Es sei denn, man interessiert sich ein wenig für die Wissenschaft.
Und da liegt ein Problem: Viele wissenschaftliche Arbeiten sind einfacht ohne das entsprechende Handwerkszeug (sprich eine entsprechendes Grundlagenstudium) kaum noch begreiflich. Ohne tiefe Kenntnisse der Genetik lassen sich molekularbiologische Untersuchunngen zur Verwandschaft von Pflanzen kaum nachvollziehen. Es ist m. E. illusorisch, die Wissenschaft aufzufordern, sie müssen all ihre Arbeit auch für Otto-Normalverbraucher verständlich darlegen. Alle Erkenntnisse werden in wissenschaftlichen Artikeln publiziert. Und diese Arbeit muss vor der Gemeinschaft der Wissenschaftler bestehen.
Auch wissenschaftliche Arbeit führt mal in eine Sackgasse. Es ist wie im Tango - ein, zwei, Wechselschritt - es geht auch mal zurück, aber langfristig gehts voraus. Ich würde auch nicht behaupten wollen, dass Wissenschaftler wissentlich Unsinn publizieren, nur um ihren Namen verewigt zu sehen. Dazu wissen Wissenschaftler nur zu gut, dass sowas nur Bestand hat, wenn es wohlbegründet und einer intensiven Prüfung (durch andere Wissenschaftler) Stand hält. Niemand blamiert sich gerne vor seinen Kollegen.
Ich finde Kakteensystematik enorm spannend. Und wenn man Kakteensystematik lösgelöst von der Etikettierung seiner Pflanzen betrachtet, kann man die Entwicklungen auch völlig entspannt verfolgen.

Gruß,

Hardy 8)

19

Sonntag, 20. März 2016, 02:02

Und wenn man Kakteensystematik lösgelöst von der Etikettierung seiner Pflanzen betrachtet, kann man die Entwicklungen auch völlig entspannt verfolgen.

Da hast Du vollkommen Recht!
Ich für meinen Einen habe meine "Systematik" eher bei den Splittern gefunden, fühle mich wohl damit und kann mir aber den einen oder anderen zynischen Biss nicht verkneifen. Ironie darf da natürlich auch nicht fehlen, der eine versteht es, der anderen eben nicht.
Somit bleiben wir freudig entspannt,harren dem Frühling mit all seiner Pracht in unseren Sammlungen und atmen tief durch................ ;)
Sukkulentenfieber ist eine schwere Krankheit! Wer sich infiziert hat, ist nicht zu retten!
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Tom

20

Sonntag, 20. März 2016, 11:50

Jürgen, ich danke für dein Lob! Freut mich.


Man muss die Systematik nur völlig emotionslos sehen.
Muss man? ;)

Jetzt ist genau das eingetroffen, was dieser Artikel eigentlich vermeiden wollte... Die gesamte streitbare Thematik im Hintergrund einfach mal ausblenden und etwas spielerisch damit umgehen. Eben die gewisse Leichtigkeit bei diesem Thema bewahren.

Die Natur ist unfair und hat es uns Menschen nicht leicht gemacht. Menschen sind simpel strukturiert und brauchen klare, eindeutige Schubladen um gut zurechtzukommen. Diese fließenden Übergänge in der Natur sind eine völlig kontraproduktive Frechheit und sollten eigentlich verboten werden!
Egal welcher Wissenschaftler sich damit befasst und wie er es versucht: Es werden sich ganz selten Gattungen oder Arten klar abgrenzen und einteilen lassen. Blöd, oder? Somit bleibt es doch immer eine persönliche Beurteilungssache, was man nun in welchen Schubladen zusammenpackt. Leider lässt sich dafür keine klare, unmißverständliche Anleitung aufstellen. Kann und darf man über diese persönlichen Beurteilungen streiten, solange diese auf einem fundierten Grund gebaut wurden?
Sind nun alle Blühpflanzen eine Gattung? Oder die Ein- und Zweikeimblättrigen je eine Gattung? Oder... :whistling:
Man schafft es ja noch nichtmal für ein simples IKEA-Regal eine klare und unmißverständliche Anleitung anzufertigen! Wie primitiv ist doch der Mensch im Vergleich zu den vielgründigen Wegen der Evolution.

Hochamüsierte Grüße! ;)
"Man vermeide, wenn man sich schon mit Kakteen befassen will, jede Art von Humor und Toleranz." - Glossen-Autor aculeatus in der Stachelpost 1969


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