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Donnerstag, 9. Mai 2019, 22:35

Gymnocalycium- und Kakteen-Überraschungs-Mix-Aussaat 2019

Mein Vorhaben, Kakteen auszusäen, konnte ich endlich am 1. Mai in die Tat umsetzen. Leider spielte das Wetter nicht so mit (kühlere Tage folgten), aber ich konnte und wollte es nicht weiter aufschieben...Aus Zeitgründen komme ich auch leider jetzt erst dazu, darüber zu berichten.
Zur Aussaat kamen Gymnocalycium-Arten von Volker Schädlich und von Bernhard (gymnofan), sowie ein "Überraschungs-Mix" von Matthias, eine Ernte verschiedenster Samen von seinen Kakteen im letzten Sommer.

Folgende Gymnocalycium-Arten wurden ausgesät:
VoS 05-150: Gymnocalycium prochazkianum subsp. simile
VoS 05-189: Gymnocalycium borthii subsp. nogolense
VoS 08-331: Gymnocalycium chiquitanum
VoS 10-722: Gymnocalycium valnicekianum (genseri)
VoS 10-858: Gymnocalycium castellanosii subsp. ferocius
VoS 11-996: Gymnocalycium armatum
VoS 11-1000: Gymnocalycium cardenasianum
VoS 13-1421: Gymnocalycium prochazkianum
VoS 14-1563: Gymnocalycium mihanovichii
VoS 14-1791: Gymnocalycium esperanzae
VoS 15-1901: Gymnocalycium megatae
VoS 18-2315: Gymnocalycium valnicekianum
VoS 18-2506: Gymnocalycium acorrugatum
VoS 18-2543: Gymnocalycium borthii
VoS 18-2592: Gymnocalycium borthii


Von Bernhard:
BKS 111 Gymnocalycium kieslingii fa.
GN-1054 Gymocalycium altagraciense amerhauseri
HGR 05-14 Gymnocalycium bruchii
HGR 05-19 Gymnocalycium bruchii
P22 - Gymnocalycium ambatoense
Gymnocalycium bayrianum (dieses Tütchen war mit einem Fragezeichen versehen, ich glaube, dass Bernhard sich selbst nicht mehr ganz sicher war, was sich in der Tüte befand :) )

Von Matthias:
Gymnocalycium gibbosum (Ernte seiner Pflanze)

Weiterhin von Matthias:
"Überraschungs-Mix" (alle Samen zusammen in einem Röhrchen) mit der Beschriftung:
Astrophytum
Capiapoa
Cleistocactus
Epithelantha
Eriosyce
Frailea
Melocactus
NotocactusNotocactus roseolutheus (separates beschriftetes Röhrchen)
Parodia
Pilosocereus
Thelocactus
uvm.


Die Aussaat ist Gymocalycium-lastig, da mir die Gattung gut gefällt und ich unter anderem die Internet-Seite von Volker Schädlich so toll finde. Das Beschäftigen mit seiner Internet-Seite bestärkte und vertiefte mein Interesse an der Gattung Gymnocalycium sehr!
Ich wählte die oben genannten Arten aufgrund folgender Kriterien: starke Bedornung und gräuliche Epidermis. Hierzu fragte ich auch Herrn Schädlich nach Tipps, woraufhin er mir umgehend antwortete und passende Arten nannte, die ich dann bestellte. Ich möchte hier an dieser Stelle explizit die äußerst sympathische und unkomplizierte Art von Herrn Schädlich hervorheben.
Es sind auch einige Ausreißer dabei, G.chiquitanum wählte ich z.B. aus folgendem sehr gut durchdachten und hoch-professionellen Grund ;) : weil ich die Bezeichnung so lustig fand :D !
Und diese Art ganz anders aussieht, hell-giftgrün und so saftig-sprossend. Hoffentlich werden die von mir ausgesäten G. chiquitanum auch dieses Aussehen annehmen.
G. mihanovichii und G. megatae wählte ich aufgrund des interessant aussehenden Pflanzenkörpers, etc, pp.
Mein Favorit wäre auch G. ragonesei gewesen, aber von dieser Art gab es bei V. Schädlich keine Samen zu kaufen.
Warum ich insgesamt dreimal G. borthii ausgesät habe ist mir letzendlich selbst schleierhaft. Ich glaube, ich wollte eigentlich noch G. berchtii bestellen, kam dann aber irgendwie mit den ganzen Bezeichnungen und Feldnummern durcheinander und bestellte dann aus Versehen doppelt G. borthii. Borthii, Berchtii, Bruchii, ich denke am Ende war ich etwas überfordert und es kam zu Verwechslungen.

So, ich stärke mich jetzt mal etwas und berichte gleich weiter über den Verlauf der Aussaat :)

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Diken« (9. Mai 2019, 22:56)


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Donnerstag, 9. Mai 2019, 23:56

.....so, weiter geht es
Als Substrat habe ich die Aussaaterde von Uhlig genommen die als rein mineralisch deklariert ist. Haage hat ja humose Anteile mit drin, das wollte ich nicht, aus Angst vor Trauermücken und Schimmel. (Wobei Trauermücken scheinbar in der Not auch mineralisches Substrat bevölkern können).
Ich habe noch Kieselgur in feiner Körnung beigemischt. Vielleicht werde ich das nächste Mal das Anzucht-Substrat selbst mischen, irgendwie hätte ich Lust dazu. Mal sehen....Aber so für´s erste Mal war es bequemer, auf fertiges Substrat zurückzugreifen. Ich habe das Substrat weder gedämpft oder durchgespült.
Als Aussaatgefäße habe ich habe kleine Viereck-Töpfchen genommen, insgesamt 40 Stück, je 10 in vier Schalen. Diese vier Schalen sind eigentlich etwas breitere Blumenkasten-Untersetzer und keine klassischen Anzuchtschalen. Dies hat eine kleine Komplikation ergeben, aber dazu später mehr.
Die Untersetzer habe ich vorher desinfiziert, die Töpfchen, die fabrikneu waren, nicht. Die Töpfchen habe ich mit einem weißen Edding je nach Saatgut außen beschriftet.
Nach dem Einfüllen des Substrates habe ich die Töpfchen mit abgekochtem und mit Chinosol versetztem Regenwasser angestaut. Ich habe mich nicht getraut, ohne Chinosol anzustauen.
Da wir von früheren Werkeleien noch Plexiglasscheiben übrig hatten, haben wir vier auf die richtige Größe zugeschnitten, und diese habe ich dann wie wie Markus später zum Abdecken benutzt.
Die Samen habe ich nicht gebeizt. Nach dem Verteilen der Samen in die Töpfchen wurden sie noch mit Schachtelhalmextrakt überbraust.
Interessant war, dass die Samen von V. Schädlich und Bernhard trocken und rieselig waren, die von Matthias klebrig, musste einige mit den Fingern auseinanderpfriemeln. Aber das war ja klar, die waren ja noch relativ frisch, vom letzten Sommer. Auch konnte man in dem Samen-Mix von Matthias deutlich große, schwarze, platte, wellige Samen von den anderen unterscheiden. Diese habe ich versucht zu separieren und in gesonderte Töpfe auszusäen.
Nach dem Aussäen habe ich die Schalen in einen hellen (hoffe hell genug) und warmen Raum gebracht. Ich habe lange überlegt wo ich sie aufstellen soll. Wir haben ein altes Haus gekauft, wo im 1. Stock noch so ein Anbau drangebaut ist, ist schwer zu erklären. Dieser diente den früheren Bewohnern als kleines Esszimmer. Der Raum ist klein, so dass sich die Wärme gut darin hält. Auf der anderen Seite gibt es dort noch keine doppelt verglasten Fensterscheiben, so dass es auf der Fensterbank ein wenig zieht, wie ich festgestellt habe. Ein möglicher Nachteil bezüglich der Keimung (Kälte!). Mir blieb aufgrund mangelnder anderer Möglichkeiten aber nichts Anderes übrig, als sie dort aufzustellen.

Man beachte die feschen Unterschränke, 50er, 60er, 70er-Jahre-Style, keine Ahnung, auf jeden Fall alt und nicht gerade schön :)



Links an dem Fenster scheint die Sonne besonders stark rein, dort hatte ich zum Schutz der Sämlinge schon mal eine Abdeckvlies ans Fenster angebracht, welches ich bei Bedarf ausgerollt habe.
Hier nochmal ein Detailfoto einer "Aussaatschale".



Hier stellte sich nun, nach der Abdeckung mit den Plexiglasscheiben, wie oben bereits kurz erwähnt, ein Problem dar. Die Untersetzer waren nicht ganz eben. Wellten sich in der Mitte etwas nach oben. Dadurch lagen die Töpfchen mit der Unterseite nicht eben auf, und als ich die Plexiglasscheiben auflegte, bemerkte ich, dass diese nicht luftdicht auflagen, sondern dass hier und da Ritzen enstanden, kleine Luftschlitzchen, also es herrschte keine 100 % gespannte Luft in den Töpfchen! Dies wurde noch durch den Umstand verschlimmert, dass die Unterseiten der Töpfchen selbst auch nicht ganz eben ausgestanzt waren, und sie dadurch von sich aus schon ein wenig schief auf dem Untersetzter auflagen.
Tja, da dachte ich schon, ob das mit der Keimung was wird, da kommt ja viel zu viel Luft durch...Später legte ich Steine auf die Scheiben, die brachten ein klein wenig Abhilfe, lösten das Problem aber nicht zufriedenstellend.

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Freitag, 10. Mai 2019, 00:28

So, nach drei Tagen war ich schon frustriert, da sich augenscheinlich nichts tat, aber ich dachte mir, Du bist selber schuld, nicht genug gespannte Luft, dazu noch ziehende Kälte von den einfach verglasten Scheiben, von wegen feucht-warmes Klima! Und das Wetter wurde so schlecht, kalt und bedeckt :wacko:
Das einzig Gute, von Schimmel keine Spur...wschl. weil die Schalen halt "zu gut" belüftet wurden... Ich wusste mir nicht besser zu helfen, als, wie schon erwähnt, die Plexiglasscheiben mit Steinen zu beschweren. Auch fanden wir in der Garage tatsächlich noch eine Leuchtstoffröhre! Und ich dachte na ja, schaden kann es nicht, ich weiß zwar nicht ob das jetzt das Modell "Daylight" ist, aber wenigstens spendet sie noch ein wenig Licht und Wärme. Also haben wir diese noch zusätzlich noch über den Schalen angebracht.
Akribisch begutachtete ich dann jeden Tag die Töpfchen. Da ich kurzsichtig bin (brauche eine Brille für die Ferne) konnte ich genau auch ohne Lupe sehen, ob sich was in den Töpfchen tat. Leider nichts, Tag für Tag... :(
Aber da....! Am vierten Tag keimte ein Samen, und zwar welcher? Einer von diesen Dicken von Matthias! Als Erster! Ich sah genau das Würzelchen wie es versuchte sich seinen Weg aus der Schale zu bahnen!
Und ab da ging es bergauf...Ein "Dicker" nach dem anderen keimte. Und auch die Kleineren vom Matthias-Mix keimten. Reckten sich und befreiten sich aus der Samenhülle. Diese Samen hatten wohl aufgrund ihrer Frische die größte Keimkraft. Das war sehr, sehr, motivierend für mich, Matthias!
Hier mal ein paar Bilder von den "Dicken", ganz aktuell von heute: (bitte seht es mir nach, ich kann noch keine so guten Fotos machen,ich hoffe man kann es halbwegs erkennen)



Dazwischen keimen auch welche, die sehr grün sind und die sich oben deutlich gabeln, wie man auf diesem Foto sieht



Matthias, vielleicht kannst Du ja doch schon sagen :D was das für welche sein könnten? Welcher Deiner Kakteen hatte denn die größten Samen? ^^

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Freitag, 10. Mai 2019, 00:48

Und dann ging es weiter. Als Nächstes keimte, wie schön! Gymnocalycium esperanzae von Volker Schädlich! Dieses freute mich besonders, da ich gerade diese Art wegen der grauen Epidermis so schön gefunden hatte. Und der Name ist so schön, G. esperanzae, die Hoffnung?!


Mittlerweile sehen sie so aus:

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Freitag, 10. Mai 2019, 01:15

Dann folgte VoS11-1000, G. cardenasianum. Heutiger Zustand folgendermaßen:

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Freitag, 10. Mai 2019, 06:58

Ich wollte eigentlich noch heute Nacht weiter berichten, aber dann musste ich mich um meinen alten Kater kümmern und war danach doch zu müde... :)
Da dies meine erste Kakteenaussaat (und überhaupt die allererste Aussaat in meinem Leben) ist, ist das alles für mich sehr faszinierend, und neu...besonders interessant finde ich es, wie die kleinen Würzelchen versuchen, den richtigen Weg zu finden und wie zart sie sich verzweigen...Manche wachsen nach oben und in die abenteuerlichsten Richtungen, denen hab´ich ein bißchen geholfen die Wurzeln in die richtige Richtung zu leiten, sie taten mir so leid :whistling:
Es hat natürlich nicht alles gekeimt, besonders ein paar Nummern von V. Schädlich zieren sich noch, worüber ich traurig bin. Aber ich bin auf der anderen Seite auch sehr sehr froh, dass überhaupt was gekeimt ist, und es ist eine wahre Wonne, besonders den propperen Sämlingen von Matthias zuzuschauen :) Da keimt Tag für Tag was Neues und es gibt immer wieder was zu entdecken...

VoS 11-996, G. armatum keimte auch gut, das hat mich auch sehr gefreut, da ich dieses Gymnocalycium wegen der Bedornung so toll finde.
VoS 08-331,G. chiquitanum ( :D ) ist auch gut gekeimt, hurra!

Bernhard, von Deinen mir anvertrauten Samen ist auch Einiges gekeimt, auch BKS 111, worüber ich sehr glücklich bin! Keimwillig sind auch die HGR-Nummern, ich füge noch ein Bild davon an, bevor ich zur Arbeit muss:
Ich werde dann heute abend oder morgen vormittag genauer berichten, was überhaupt gekeimt ist und was nicht...und es ist ja auch nicht aller Tage Abend, das war ja erst die erste Etappe, weiter durchkriegen muss ich sie ja auch noch :S Mal sehen wie ich mich da anstellen werde...

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Freitag, 10. Mai 2019, 07:49

Herzlichen Glückwunsch zu den bisherigen Erfolgen!!! :thumbsup: Es muss ja nicht absolut gespannte Luft sein und viele säen auch komplett ohne Abdeckung o.ä. aus. Du musst den Vorteil dabei sehen: Die sind dann von Anfang an auch Frischluft gewohnt und fallen nach dem Abnehmen nicht um wie die Fliegen! ;)
Besonders freut mich natürlich, dass meine Samen so lobend erwähnt werden und sich offenbar auch besonders Mühe gegeben haben. :D
Die Dicken können eigentlich nur Astrophytum-Samen sein. Da musste ich jetzt wirklich in mich gehen, aber Astrophytum myriostigma war sicher dabei. Dann hatte ich noch drei oder vier Körnchen Astrophytum caput-medusae dabei. Theoretisch ist es auch möglich, dass noch Frailea castanea in Frage kommt, die hat auch so riesen Felsbrocken als Samen. Allerdings ist der etwas heller, eher braun im Vergleich zu den tiefschwarzen Astropyhtum-Samen. Und ein paar Pilosocereus leucocephalus-Körner waren auch dabei. Die sind größentechnisch irgendwo in der Mitte zwischen den großen Astrophytum-Körnern und dem Rest.
Das klebrige kommt übrigens vom Notocactus roseoluteus. Dessen Samen rieselt auch bei Reife nicht aus den trockenen Früchten, sondern klebt da als Klumpen drin. Wobei klebrig eigentlich das falsche Wort ist - die sind eher so fettig-schmierig. Merkt man auch an den Fingern, nachdem man damit Kontakt hatte. Wie fettige Finger hinterlässt man dann überall Tatscher... Keine Ahnung ob das bei denen immer so ist. Jedenfalls werden automatisch alle Samen etwas fettig, wenn man diesen Notocactus-Samen nicht separiert, sondern in Kontakt mit dem Rest kommen lässt. Was glaubst du wie schwierig es ist diese schmierigen Samen in ein enges Röhrchen zu pferchen?! Die Halunken bleiben ja alle viel lieber oben an der Öffnung kleben und wollen rausgucken! ;)

In der Botanik unterscheidet man übrigens zwischen einkeimblättrigen und zweikeimblättrigen Pflanzen. Jetzt guckt dir nochmals diese Vergabelung an und überleg mal, wozu wohl Kakteen gehören könnten? Yes, in dem Alter haben auch Kakteen Blätter! :D

Ach, und völlig normal - auch ich hab schon den einen oder anderen Kaktus nur wegen seines Namens unbedingt haben wollen. Peniocereus viperinus und solche Sachen... :D Wenn du mal Zeit und Muße haben solltest, dann kannst du dich ja gerne hier mal für die nächste Aussaat inspirieren lassen: Taxonomie muss nicht trocken sein

Schön zu lesen, dass Volker Schädlich auch schön geduldig und anfängerfreundlich ist und die Unterschränke sind kultig! :D
Vorsichtig mit dem Zahnstocherchen o.ä. den Wurzeln auf dem Weg helfen ist übrigens völlig legitim. Wobei´s die meisten schon auch irgendwie und irgendwann alleine auf die Reihe kriegen.

Ich freue mich schon auf die Fortsetzung! :D Allerdings bin ich ab heute Mittag das komplette Wochenende unterwegs und kann maximal in Kurzform vom Handy aus kommentieren. ;) Danke für den ausführlichen Bericht! Hat jetzt richtig Freude gemacht zu lesen! :thumbup:
"Man vermeide, wenn man sich schon mit Kakteen befassen will, jede Art von Humor und Toleranz." - Glossen-Autor aculeatus in der Stachelpost 1969


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Freitag, 10. Mai 2019, 08:01

Hat jetzt richtig Freude gemacht zu lesen!
Stimmt, mir auch! Deine Begeisterung steckt ja richtig an!! Und ja - herzlichen Glückwunsch zu Deinem Erfolg, weiter so!

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Freitag, 10. Mai 2019, 08:33

Diken die sehen super aus!! Viel Erfolg weiterhin! :thumbsup:
.. denn Sukkulenten machen glücklich.. <3..!

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Freitag, 10. Mai 2019, 18:44

Herzlichen Dank für diese detaillierte und interessant zu lesende Dokumentation. :thumbup:

Die winzigen Sämlinge machen einen sehr guten Eindruck, offensichtlich hast du alles richtig gemacht. :)

Halte uns bitte weiterhin auf dem Laufenden.

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Sonntag, 12. Mai 2019, 19:47

Besonders freut mich natürlich, dass meine Samen so lobend erwähnt werden und sich offenbar auch besonders Mühe gegeben haben


Ja, die keimen wie verrückt! Hier mal ein Ausschnitt von einem Töpfchen, wo ich vor allem die kleinen Samen von Dir ausgesät hatte:


Nochmal ein Bild von heute von den Dicken weil´s so schön ist:


Total interessant finde ich diese hellgrünen, sich oben deutlich gabelnden Sämlinge. Es gibt derer auch insgesamt nur 5 Stück, wenn ich richtig gezählt habe. Ich bin so gespannt, was das wird! Matthias, man sieht an denen die "Zweikeimblättrigkeit" am Deutlichsten ausgeprägt, die stechen aus den anderen so hervor ^^



Notocactus roseoluteus, diese Halunken, ;) keimten etliche Tage nicht, und ich hatte hier die Hoffnung auch schon fast aufgegeben! Aber seit vorgestern entstand hier ein richtiger Rasen (na ja fast, aber wirklich viele).



Also, ganz ehrlich, wenn Du irgendwann mal einen frustrierten Anfänger hast, wo die Samen nicht keimen, dann brauchst Du ihm nur von Deinen 1a-Samen zu schicken, da entflammt die Leidenschaft wieder, glaub´mir. :D
Die Einzigen von Deiner Fraktion, die nur sehr sehr zögerlich keimen, ist G.gibbosum, da haben erst 4-5 Samen gekeimt. Aber Hauptsache es hat was von dieser Art gekeimt, ich freue mich über jeden aufgegangenen Sämling.

.
Allerdings bin ich ab heute Mittag das komplette Wochenende unterwegs und kann maximal in Kurzform vom Handy aus kommentieren
Matthias, bin ja leider auch jetzt erst dazu gekommen weiter zu berichten, wollte eigentlich auch schon viel früher etwas schreiben, habe aber Besuch übers Wochenende bekommen und jetzt erst Zeit gefunden weiter zu berichten ;(

Danke dass Du nochmal wegen der Samen überlegt hast, war sehr interessant zu lesen ^^ Ich weiß ehrlich gesagt jetzt nicht mehr, was woraus geschlüpft ist, die haben größtenteils ja ihre Samenhülsen schon abgeworfen, ich kann nicht mehr so richtig nachvollziehen, was zu wem gehörte...ich denke man kann sich nur wegen A.myriostigma sicher sein, das sind diese ganz großen Dicken.

Vielen Dank für eure Rückmeldungen, es hat mich sehr gefreut dass euch mein Bericht gefallen hat!!! :) Ich hab´ nämlich immer etwas die Befürchtung, dass ich manchmal zu ausschweifend werde :whistling: Ja, ich bin begeistert, Urs, ich mag die Kleinen sehr und es macht Spaß, sie großzuziehen...schön dass das rübergekommen ist. Jetzt verstehe ich auch Sabine sehr gut, wenn man einmal Blut geleckt hat....

.
Diken die sehen super aus!! Viel Erfolg weiterhin! :thumbsup:
Danke auch Dir, Babs ^^ ja, jetzt gilt es, die Sämlinge weiterhin gesund zu erhalten, mal sehen wie ich mich da weiterhin anstellen werde...hab sowas ja noch nie gemacht und es können sich noch fatale Fehler einschleichen und alle fallen tot um oder so 8o

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Sonntag, 12. Mai 2019, 19:58

Wahrscheinlich sieht man bis dato bei den großen Hellen die Keimblätter so schön, weil sie am meisten Gas gegeben haben. Ansonsten immer gemach, manche brauchen einfach länger bis sie keimen. Wenn sie mal blühen, kräht kein Hahn mehr danach, wie lange sie am Anfang getrödelt haben. ;)
Wenn´s nicht immer soviel Aufwand wäre, dann würde ich wahrscheinlich auch alljährlich viel fleißiger Samen sammeln. Bei so einem Mix geht´s ja noch: Alles durcheinanderwerfen ist schnell gemacht. ;)

Dann hoff ich mal, dass die Kleinen deine Begeisterung weiterhin schön am Laufen halten! :thumbup:
"Man vermeide, wenn man sich schon mit Kakteen befassen will, jede Art von Humor und Toleranz." - Glossen-Autor aculeatus in der Stachelpost 1969


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Sonntag, 12. Mai 2019, 20:12

Zum Abschluss noch ein paar Bildchen von der Gymnocalycium-Fraktion.

Besonders gut hat HGR05-14 G.bruchii von Bernhard gekeimt


Hier HGR05-19


BKS 111 G.kieslingii


G.bayranium (auch von Bernhard)



Jetzt noch etwas von Volker Schädlich, und zwar G. chiquitanum, da sind auch viele rötliche dabei, vielleicht ist das Vlies zum Abdecken der Sonne nicht dick genug? (Bei HGR05-19 ist dies auch der Fall).

Zuerst dachte ich, bei VoS 05-150 G. prochazkianum subs. simile keimt nichts, aber da kommen wenigstens auch ein paar, ich hoffe ich kriege sie durch, denn auch dieses Gymnocalycium finde ich
besonders schön.

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Sonntag, 12. Mai 2019, 20:14

Huch, da ging´s ja noch weiter...
So ein paar Rote sind am Anfang völlig normal. Da würde ich mir erstmal keine Gedanken machen. Oft werden die relativ schnell auch grün.
"Man vermeide, wenn man sich schon mit Kakteen befassen will, jede Art von Humor und Toleranz." - Glossen-Autor aculeatus in der Stachelpost 1969


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Sonntag, 12. Mai 2019, 20:20

Ah, ok, Danke, Matthias. :thumbup: Ich dachte, die sehen so aus weil die vielleicht so sonnenempfindlich sind und gegrillt wurden.

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Sonntag, 12. Mai 2019, 20:25

Taxonomie muss nicht trocken sein
Matthias, das ist ein herrlicher Artikel, unglaublich, was es nicht alles gibt, und wie treffend von Dir umschrieben, einfach köstlich! :D Da bin ich mit meinem G. chiquitanum ja ganz harmlos gegen (Obwohl, wenn ich´s mir recht überlege..eigentlich auch nicht , oder :whistling: )

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Sonntag, 12. Mai 2019, 22:33

Gymnocalycium chiquitanum klingt schon auch sehr gut, auch wenn in dem Fall "nur" der Fundort für den Namen herhalten durfte. Das Gymnocalycium der Hoffnung gefällt mir aber dennoch etwas besser, auch wenn hier ebenso die Herkunft für den Namen verantwortlich war: Gymnocalycium esperanzae [neue Art]
Aber freut mich sehr, dass dich mein Beitrag zu den Namen unserer Pflanzen etwas erheitern konnte. :D
"Man vermeide, wenn man sich schon mit Kakteen befassen will, jede Art von Humor und Toleranz." - Glossen-Autor aculeatus in der Stachelpost 1969


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Montag, 13. Mai 2019, 15:26

Hallo
die BKS 111 laufen bei mir nach wie vor unter G. kieslingii fa. da die Entfernung zum eigentlichen G. kieslingii Standort doch recht weit ist und bisher dazwischen keine Vergleichspflanzen gefunden wurden; BKS 111 stammt aus der gleichen Weise, von der G. baldianum v. albilforum beschrieben wurde, wobei meine Pflanzen bis zu 9 cm Blütenlänge aufweisen und auch eine völlig andere Blütenform wie G. baldianum zeigen; M.W ist G. esperanzae nach einer Person beschrieben worden
VG
GYmnocalycium

19

Montag, 13. Mai 2019, 15:58

M.W ist G. esperanzae nach einer Person beschrieben worden
Laut Schütziana: "It was found almost at the southern tip of the Sierra de Ulapes, some kilometres west of the little village of Nueva Esperanza." - mehr als die Literatur hergibt, weiß ich natürlich auch nicht.
"Man vermeide, wenn man sich schon mit Kakteen befassen will, jede Art von Humor und Toleranz." - Glossen-Autor aculeatus in der Stachelpost 1969


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Freitag, 17. Mai 2019, 10:10

Bernhard, ich musste Deinen post mehrmals lesen, bevor ich ihn halbwegs verstanden habe 8) - aber das ist ja meiner Unkenntnis und Unerfahrenheit geschuldet, die ich auf dem Gebiet der Nomenklatur, und überhaupt auf den Gebiet der Kakteengewächse habe.

Ich habe mir das so zusammengreimt. BKS111 stammt aus der gleichen Weise (ich musste echt überlegen - hast Du Dich jetzt verschrieben und meintest Wiese? :D - aber ich denke nicht, oder?) aus der G.baldianum v. albilforum beschrieben wurde. Also müssten sich beide Pflanzen ähneln. Das tun sie aber nicht, die Blüte von BKS111 sieht anders aus, nämlich wie die von G. kieslingii.
Auf der anderen Seite hast Du BKS111 viel weiter entfernt von dem Standort von G. kieslingii gefunden, das ist auch merkwürdig, und Du hast auch in der Nähe des Standortes von G. kieslingii keine Pflanzen gefunden, vielleicht eine Übergangsform, die BKS111 ähneln.
Also gab es einen Zwiespalt, wie man BKS 111 nun bezeichnen soll, Probleme bei der Zuordnung, soll man Standortnähe wählen oder das Aussehen als Kriterium nehmen.
Du hast Dich dann für das letztere entschieden, also aufgrund der Blütenform, BKS111 G. kieslingii zuzuordnen, als eine bestimmte Form (fa.) davon.
Puh. Sorry musste das jetzt mal so für mich niederschreiben dann fällt es mir leichter es zu verstehen :)
Und wie auch immer, ich hoffe dass die Keimlinge (und ich) durchhalten werden, um in den Genuss der 9 cm Blütenlänge zu kommen :)

Im Moment gibt es nicht viel zu berichten,es tut sich nicht soooo viel.

Bei ein paar Sämlingen habe ich Ansätze von Dörnchen entdeckt, z.B. bei HGR05-14. Übrigens, Bernhard, HGR05-14 G.bruchii, ist von allen Gymnos die ich ausgesät habe, am weitesten entwickelt, und die Sämlinge sehen am gesündesten und kräftigsten aus.

Ich hab mal versucht ein Foto zu machen, vielleicht erkennt man ja den Ansatz der Dörnchen. Ich weiß,ich muss noch viel üben und mich mal mehr mit Fotografie beschäftigen, kriege einfach keine besseren Bilder hin.

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