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Sonntag, 7. Dezember 2008, 17:06

Frostharte Gymnocalycium-Arten

Hallo zusammen.

Einige werden sich noch erinnern, dass ich vor einiger Zeit nach frostharten Gymnocalycium-Arten mit Feldnummer gefragt habe.
Ende November hab ich mir ein paar Arten bestellt.
Für alle die daran Interesse haben, hier eine Auflistung der Arten:

Kakteen-Piltz

Gymnocalycium andreae v. fechseri P 378
Gymnocalycium bruchii v. brigittae P 214
Gymnocalycium chubutense WP 40-50 A
Gymnocalycium chubutense WP 40-50 B
Gymnocalycium chubutense WP 128-182
Gymnocalycium chubutense WP 132-187
Gymnocalycium chubutense WP 151-233
Gymnocalycium chubutense WP 154-241
Gymnocalycium gibbosum WP 39-50
Gymnocalycium gibbosum v. brachypetalum P 100
Gymnocalycium gibbosum v. brachypetalum P 101
Gymnocalycium gibbosum v. brachypetalum WP 55-70
Gymnocalycium gibbosum ssp. ferox JPR 54-121
Gymnocalycium gibbosum ssp. ferox WP 49-62
Gymnocalycium gibbosum ssp. ferox WP 143-212
Gymnocalycium gibbosum ssp. radekii JPR 70-157

Mats Winberg

Gymnocalycium brachypetalum JPR 92 - 74/164
Gymnocalycium bruchii var. brigittae P 214
Gymnocalycium gibbosum RH 2344a
Gymnocalycium chubutense GN 179 - 921

Über die Auflaufquoten der einzelnen Arten werde ich zu gegebener Zeit im Detail eingehen.


Gruss
Thomas

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Markus Spaniol« (3. März 2010, 18:35)


2

Sonntag, 7. Dezember 2008, 19:07

RE: Frostharte Gymnocalycium-Arten

Hallo Echinopsis (Thomas),

da freue ich mich jetzt schon über weitere Details zu deiner Aussaat. Interessant dürfte es vor allem sein ob und welche Unterschiede sich bei gleichen Arten aber unterschiedlichen Feldnummern zeigen.

Wartest du mit der Aussaat bis zum Frühjahr oder willst du bereits jetzt aussäen?

3

Sonntag, 7. Dezember 2008, 20:39

RE: Frostharte Gymnocalycium-Arten

Hallo Markus.

Vielen Dank für dein Interesse an meinem kleinen Projekt.

Die Planung sieht so aus, dass ich in der ersten Januarwoche unter Kunstlicht (2x LSR 39 Watt LF 840) aussäen werde.
Die Unterschiede zwischen den einzelnen Feldnummern einer Art interessieren mich auch.
Zusätzlich erfüllen sie hier die Aufgabe einer Risikodiversifizierung!

Gruss
Thomas

4

Sonntag, 7. Dezember 2008, 21:28

Interessiert mich auch auf jeden Fall.

5

Sonntag, 7. Dezember 2008, 21:46

Frostharte Gymnos

Hallo Thomas,

vielleicht solltest du deine Bezeichnung frosthart etwas relativieren. So entsteht der Eindruck, dass die aufgeführten Pflanzen längere Frostperioden überstehen.
Allgemein sagt man zwar immer, dass die Pflanzen aus dem Süden Argentinies sehr viel vertragen. Gerade diese Pflanzen reagieren oft empfindlich auf Feuchtigkeit mit tiefen Temperaturen. Im rauen Klima von Patagonien gibt es immer viel Wind und wenig Niederschläge, daher kommen die dort vorkommenden gibbosum auch besser klar mir der Kälte.
Alle G. bruchii, andrea können eine Menge an Kälte ab, da es in der Provinz Cordoba und San Luis auch mal sehr kalt werden kann. Aber die Zeiträume sind nicht sehr lang. G. andrea kommt auf über 2000m vor oft an großen Steinplatten die in der Nacht trotz Frost Wärme abgeben.
Ich selbst habe vor Jahren in einem ungeheizten Gewächshaus viele bruchii überwintert. Der Großteil hat überlebt. Der Flor setzte deutlich später ein und die Pflanzen entwickelten sich auch nicht so gut wie ihre Artgenossen.
Fazit, für eine Kultur im Winter im freien sind Gymnos absolut nicht geeignet. Im Gewächshaus sind Tage mit kurzzeitigen Minustemperaturen bei trockenem Stand auch kein Problem, Ausnahme natürlich alle Chaco Gymnos die längere Kälteperioden nicht so mögen.

Viele Grüße
Gymnofreund

6

Sonntag, 7. Dezember 2008, 22:51

"Frostharte" Gymnocalycium-Arten

Hallo Gymnofreund.

Ab sofort steht der Begriff “Frosthart” im Zusammenhang mit Gymnocalycium in Klammern, ich hoffe das genügt einstweilen als Relativierung.

Ich denke, es ist auch weitestgehend bekannt, dass es keine Gymnocalyium-Arten gibt, die eine geschützte, oder gar ungeschützte, Überwinterung im mitteleuropäischen Klima überleben.
Deshalb schrieb ich auch im alten Forum, dass alles im trockenen Kalthaus überwintern wird.
Verluste bis hin zum Totalverlust sind dabei durchaus einkalkuliert.

Damit ich hier nicht als Gymnocalycium-Killer verschrien werde, werde ich von jeder Art einige Backup-Pflanzen bei Temperaturen über Null° überwintern.

Da ich leider nirgendwo längerfristig dokumentiertes Material über dieses Thema gefunden habe, mache ich als Schlussfolgerung einen eigenen Versuch.
Wollte eben meine gemachten Erfahrungen nicht im stillen Kämmerlein verstauben lassen.


Gruss
Thomas

PS. Danke Markus für das editieren von Beitrag #3. :thumbup:

7

Montag, 8. Dezember 2008, 14:58

Interessante Thematik - wird von mir aufmerksam mitverfolgt. Vor allem wie sich die Sämlinge halten... Laut www.kakteengarten.de soll zumindest der G. andreae schon mehrere deutsche Winter regengeschützt überstanden haben. Inkl. langer Frostperioden...
"Man vermeide, wenn man sich schon mit Kakteen befassen will, jede Art von Humor und Toleranz." - Glossen-Autor aculeatus in der Stachelpost 1969


8

Montag, 5. Januar 2009, 15:45

Hallo,

habe 2007 Gymnocalycium bruchii v. brigittae P214, calochlorum v. proliferum P109 und chubutense WP40-50A ausgesät. Ich wollte auch (frostresistente) Gymnocalycium haben, da ich meine Kakteen in einem ungeheizten Wintergarten überwintere. Nachts sind die Temperaturen hier höchstens 2 Grad über der Aussentemperatur da hier nur Einfachverglasung, keinerlei Wärmedämmung und undichte Stellen vorhanden sind. Und in der Niederlausitz kann es schonmal kälter werden obwohl die letzten 2 Winter auch nicht gerade kalt waren.
Jedenfalls war die Keimrate bei den bruchii und calochlorum sehr gut(ca. 90%) bei chubutense ca. 50%. Den letzten Winter haben sie auch sehr gut überstanden, daher plane ich einige Exemplare im nächsten Frühjahr ins Freibeet zu pflanzen, welches natürlich im Winter geschützt wird. Desweiteren halte ich seit 2005 einen G. andreae, einen G. saglionis, einen G. baldianum im erwähnten Wintergarten, alle drei blühen jedes Jahr wunderbar und zeigen bisher noch keine beschwerden. Der Winter 05/06 hatte ja etwas tiefere Temperaturen(-10- -15°C Tiefsttemperaturen und auch längere Frostperioden). Mal schauen was dieser Winter bringt, vielleicht hatte ich auch nur Glück.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Markus Spaniol« (17. Juli 2010, 10:34)


9

Montag, 5. Januar 2009, 17:33

Hallo kalle,

sehr interessanter Beitrag. Bitte berichte zu gegebener Zeit über den weiteren Verlauf deines Versuchs.

10

Samstag, 28. Februar 2009, 16:08

Wie ist die derzeitige Entwicklung?

11

Sonntag, 12. April 2009, 21:06

Interessante Thematik - wird von mir aufmerksam mitverfolgt. Vor allem wie sich die Sämlinge halten... Laut www.kakteengarten.de soll zumindest der G. andreae schon mehrere deutsche Winter regengeschützt überstanden haben. Inkl. langer Frostperioden...


Yes - mein Gymno. andrea (erstanden eben bei www.kakteengarten.de) hat selbst diesen Winter draußen (wir hatten hier Minustemperaturen von 17°C) überlebt. Er sieht zwar recht mitgenommen aus, aber nach den ersten beiden Wassergaben in diesem Jahr hat er sich gut gefüllt und meiner Meinung nach ist auch das winzige Kindel etwas gewachsen. Auch die Farbe hat sich wieder "normalisiert". Ganz klar war dieser Test nicht das Optimum für den armen Kaktus sondern eher ein Versuch - aber er ist gelungen!

Viele Grüße - Matthias
"Man vermeide, wenn man sich schon mit Kakteen befassen will, jede Art von Humor und Toleranz." - Glossen-Autor aculeatus in der Stachelpost 1969


12

Montag, 13. April 2009, 11:19

Hatte mir in Forchheim-Burk diesen G. andreae gekauft.

Ist dieser nun Frosthart oder nicht?
»DieterR« hat folgendes Bild angehängt:
  • gymnocalycioum_andreae.jpg
Grüsse aus dem Frankenland
Dieter
:thumbup:

13

Montag, 13. April 2009, 12:10

Hatte mir in Forchheim-Burk diesen G. andreae gekauft. Ist dieser nun Frosthart oder nicht?


Hallo Dieter,

etwas weiter oben (Beitrag 5) gibt es zu diesem Thema einen sehr kompetenten Beitrag von gymnofreund = Volker Schädlich, Die Gattung Gymnocaycium


... Allgemein sagt man zwar immer, dass die Pflanzen aus dem Süden Argentiniens sehr viel vertragen. Gerade diese Pflanzen reagieren oft empfindlich auf Feuchtigkeit mit tiefen Temperaturen. Im rauen Klima von Patagonien gibt es immer viel Wind und wenig Niederschläge, daher kommen die dort vorkommenden gibbosum auch besser klar mir der Kälte. Alle G. bruchii, andreae können eine Menge an Kälte ab, da es in der Provinz Cordoba und San Luis auch mal sehr kalt werden kann. Aber die Zeiträume sind nicht sehr lang. G. andreae kommt auf über 2000m vor oft an großen Steinplatten die in der Nacht trotz Frost Wärme abgeben.
Ich selbst habe vor Jahren in einem ungeheizten Gewächshaus viele bruchii überwintert. Der Großteil hat überlebt. Der Flor setzte deutlich später ein und die Pflanzen entwickelten sich auch nicht so gut wie ihre Artgenossen.
Fazit, für eine Kultur im Winter im freien sind Gymnos absolut nicht geeignet. Im Gewächshaus sind Tage mit kurzzeitigen Minustemperaturen bei trockenem Stand auch kein Problem, Ausnahme natürlich alle Chaco Gymnos die längere Kälteperioden nicht so mögen.

14

Montag, 13. April 2009, 20:10

"...Der Flor setzte deutlich später ein und die Pflanzen entwickelten sich auch nicht so gut wie ihre Artgenossen..."

Man muss sich vor Augen halten, dass Frost immer eine Stresssituation darstellt. Der(gute) Allgemeinzustand ist daher das A und O.


Ausserdem hängt Frosthärte von der Herkunft der Pflanzen (Vererbung, Standort) ab, man kann da wirklich Pech haben und ein empfindliches Individuum erwischen. Fazit: Wer seine Pflanzen Frost aussetzt, der geht immer ein gewisses Risiko ein.

15

Montag, 13. April 2009, 21:43

Man muss auch beachten, dass am Heimatstandort die Luft bei großer Kälte extrem trocken ist und nicht wie bei uns im Winter eine relative Luftfeuchte bis zu 80-90% auftreten kann. Eine so hohe Luftfeuchtigkeit bei Temperaturen um den Gefrierpunkt führt schnell zum Verlust der Pflanze.

Weiterhin spielt es auch eine wichtige Rolle, ob die Pflanze bereits zuvor eine relativ harte Kultur gewöhnt war. Steht sie das ganze Jahr über im Zimmer, ist kaum Temperaturschwankungen und Luftzirkulation ausgesetzt, wird sie kaum größere Kälte überstehen.

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Dienstag, 14. April 2009, 20:41

Ein kleiner Nachtrag von mir (...der Flor setzte deutlich später ein...): Ich habe heute tatsächlich auch zwei Blütenknospen am kleinen Gymno. andrea entdecken können - und das nach nur zweimal Wässern! Eine tolle Überraschung! Eben, harte Kultur gewöhnt. Also kann man den Anbieter winterharter, bzw. frostharter Kakteen wohl ruhigen Gewissens empfehlen.
"Man vermeide, wenn man sich schon mit Kakteen befassen will, jede Art von Humor und Toleranz." - Glossen-Autor aculeatus in der Stachelpost 1969


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Dienstag, 14. April 2009, 22:10

Für mich bedeutet "harte Kultur", dass die Wachstumsbedingungen optimal sind, sprich Lichtverhältnisse und im Zusammenhang damit die Zufuhr von Nährstoffen und Wasser auch bei angemessenen Temperaturunterschieden zwischen Tag und Nacht den bestmöglichen Bedingungen entsprechen. Deshalb wird der Neutrieb auch ausreifen. Das gehört jetzt zum Punkt sehr guter Allgemeinzustand.

Die eigentliche Frosthärtung erfolgt im Herbst zusammen mit dem Übergang in einen Ruhezustand, der Prozess ist mit Wasserverlust der Pflanze und Absinken der Aussentemperaturen verbunden. Da findet eben keine Wachstum statt. Beim Einsetzen von Frost wird das Wasser ausserhalb der Zellen gefrieren, was wiederum mit Wasserverlust der Zellen verbunden ist. Das Wasser wandert aus den Zellen und gefriert im Extrazellularraum, daher wird die Zellmembran nicht gesprengt.

Bei superharten Hölzern wie der Birke kann praktisch das ganze freie Wasser aus den Zellen wandern und diese Bäume können mindestens Temperaturen bis zu der des siedenenden flüssigen Stickstoffes ertragen. Spätfrost kann jedoch nach der Enthärtung schwere Schäden zur Folge haben.

18

Freitag, 17. April 2009, 11:40

Hallo,

Zeit für ein Update: hatte ja von meinen Aussaaten 2007 Gymnocalycium bruchii v. brigittae P214, calochlorum v. proliferum P109 und chubutense WP40-50A geschrieben.
Alle haben den Winter überlebt. Standen alle in einem ungeheizten Wintergarten bei minimalen Aussentemperaturen von -21°C waren es im Wintergarten minimal -15°C an zwei aufeinander folgenden Nächten. Dazu gab es eine Woche durchgängig leichten Dauerfrost. Auch die Gymnocalycium andreae, gibbosum, saglione und baldianum haben die gleiche Überwinterung gut überstanden. Nur der baldianum hat in den letzten zwei Wintern leichte Verkorkungen, welche sich aber über das Jahr wieder auswachsen.
Alle Pflanzen stehen übrigens von Ende März bis Anfang Oktober jedes Jahr unter freiem Himmel. Leider schaff ich es nicht meine Fotos kleiner als 80kb zu machen sonst würde ich noch welche anhängen.

Gruß Kalle

19

Freitag, 17. April 2009, 17:15

Hallo Kalle,

bei so abgehärteten Pflanzen brauchst du dir ja keine Gedanken zu machen, falls es jetzt nochmal empfindlich kalt werden sollte.

PS: wegen der Bilder solltest du mal KissMyImage ausprobieren, damit bekommst du jedes Bild klein. ;)

20

Freitag, 17. April 2009, 21:13

...

bei so abgehärteten Pflanzen brauchst du dir ja keine Gedanken zu machen, falls es jetzt nochmal empfindlich kalt werden sollte.

....


Im Prinzip ist das ein Denkfehler. Die physiologische Einstellung auf Frost erfolgt wie eben dargestellt, im Herbst. Wenn die Pflanzen aber Wasser aufgenommen haben und so langsam aus ihre Schlaf erwachen, ist es aus mit der Frosthärte.


Allerdings glaube ich nicht das kurzzeitige (4 bis 5 Stunden) Luft-Temperaturen von -1 bis -2 °C Probleme bereiten werden.