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Donnerstag, 28. August 2014, 19:44

Winterhärte bei Gymnocalycien

da ich mich vor Jahren mit diesem Thema ausführlich beschäftigte,

hier für die Interessierten der damalige Bericht in einer Gymnozeitschrift

Gymnocalycien aus Nordargentinien - winterhart ?

Wenn in den letzten Jahren und Jahrzehnten Artikel zum Thema „ Winterharte Kakteen“ erschienen,, so bezogen sich diese nahezu ausschließlich auf die Gattungen Opuntia, Maihuenia, tw. auch auf Echinocereus, Austrocactus und einige Arten von Agaven.Die meisten dieser Arten stammen aus den südlichsten und nördlichsten Verbreitungsgebieten der Kakteenin Nord- bzw. Südamerika, wobei auch die Höhenlage dieser Arten ( bis über 4000 m ü. M.) noch als weiteres Indiz für ihre „ Wintertauglichkeit „hinzukommt.
Speziell bei Kakteenarten, deren Heimathabitate in der Nähe des 50 ° nördlicher oder südlicher Breite liegen, zusätzlich bei entsprechender Höhenlage, ist eine Voraussetzung gegeben, die diese Pflanzen auch in unseren Breiten als winterhart erscheinen lassen.
Obwohl diese Kakteen an ihren Heimatstandorten durchaus tiefe Wintertemperaturen zu ertragen in der Lage sind, ist speziell der Winter auf dem südamerikanischen Kontinent nicht mit unserem Winter zu vergleichen. Diese Pflanzen aus Gebieten mit strengen Wintern haben sich den dortigen klimatischen Bedingungen hervorragend angepaßt und ertragen recht niedrige Temperaturen, da sie rechtzeitig die Aufnahme von Feuchtigkeit einstellen, tw. durch fehlende Niederschläge im Anschluß an die Vegetationszeit und in ihrer Körperfülle deutlich einschrumpfen und sich so oft sehr weit in den Boden zurückziehen. So überstehen sie an ihren Standorten Fröste auch ohne schützendes Schneekleid, da meist nach der Blütezeit keine oder zumindest keine nennenswerten Niederschläge auftreten und so die Pflanzen völlig trocken in den folgenden kalten Winter gelangen.


In diesem Zusammenhang sind aus der Gattung Gymnocalycien eigentlich nur Arten aus dem südlichsten Verbreitungsgebiet Argentiniens genannt worden, also die Arten G. gibbosum, G. chubutense und G. brachypetalum, die durch ihre Herkunft aus der Provinz Chubut durchaus trockene Winter mit Minustemperaturen überstehen.
Klimaangaben von verschiedenen Auswertungsstationen der Provinz Chubut belegen regelmäßig durchschnittliche Julitemperaturen von unter0° C, wobei hierzu auch längerdauernde Frostperioden bei trockenem Wind ihren Anteil dazu beitragen. Wenn man dann noch beachtet, daß ja am Tage auch im Juli die Temperaturen deutlich über den Gefrierpunkt steigen, sind nachts erhebliche Frostgrade notwendig, um die Durchschnittstemperatur für den Juli unter den Gefrierpunkt zudrücken.


Für Gymnocalycienarten aus der Provinz Cordoba, also im erheblich wärmeren Nordwesten Argentiniens, gibt es vereinzelte Literaturhinweise auf die Verträglichkeit tiefer Temperaturen speziell bei G. bruchii und G. andreae.

In der Literatur konnte ich folgende Artikel zu Temperaturangaben an Standorten von G. bruchii finden:

Hosseus berichtet in einem Artikel( Frailea bruchii betreffend ):“Gymnocalycium bruchii ist im allgemeinen die Art, welche als erste Kaktee im Frühjahr Knospen treibt und Blüten bekommt. In diesem Winter hatten wir mit Ausnahme weniger Tage, in denen als absolutes Minimum 10 ° C unter Null erreicht wurde, sonniges, warmes Wetter bei anhaltender Trockenheit ( absolutes Maximum 30 ° C ), infolgedessen fand ich am 9. August dieses Jahres bereits einige Anzahl im Aufgehen begriffene Blüten in der Sierra Chica de Cordoba in ca. 1500 m ü.M. In anderen Jahren beginnt die Blütezeit erst im September.“
An einer weiteren Textstelle erwähnt er noch:“ Die durchschnittliche Temperatur in Cordoba ( gemeint ist hier die Provinzhauptstadtin knapp 400 m ü.M. erg. durch den Autor) beträgt
17,3° C( bei einem absoluten Maximum von 45,6 ° C und einem absoluten Minimum von minus 10,3 ° C) In den Höhenzonen ist das Maximum und das Minimum entsprechend tiefer, ohne daß die Schwankungen beträchtlich sind und auf die Lebensbedingungen unserer Pflanzen einschneidend wirken.. ..... Der Jahresdurchschnitt des Niederschlages für Cordoba beträgt ungefähr 700 mm ....... hiervon entfallen auf den Winter ( Juni - August ) 2,7 %.“
Dies entspricht einer Niederschlagsmenge von knapp 19 mm für die gesamten drei Wintermonate. Für Capilla del Monte in knapp 1000 m Höhe wird im gleichen Artikel
als absolutes Temperaturminimum ebenfalls minus 10 ° C angegeben.
G. Bickerich bezieht sich 1932 auf Pflanzen, die von Hosseus nach Deutschland kamen , und schreibt:“ Aus den weiteren Angaben über die Blütezeit ist insbesondere interessant, daß bei einigen im Botanischen Garten
in Bonn im Freien kultivierten Pflanzen bereits Ende Mai 1928 fünf Blüten erschienen trotz ungewöhnlich kalten Frühlingswetters. Die Pflanzen haben sich also offenbar an den umgekehrten Jahreszeitrhythmus gewöhnt. Bis zu 16 ° C unter Null hat die Pflanze in Bonn ausgehalten und in Wien sogar den strengen Winter 1928/29 überstanden, während G. multiflorum (heute richtiger G. monvillei) einging.“
C. Osten schreibt zum gleichen Thema über den Kakteenstandort La Falda:“ Das Klima bietet als mittlere Temperatur etwas mehr als 17 ° C, mit Minimum von 4 ° C bis zum Maximum von 40,2 ° C.“
Eine weitere Angabe zu diesem Thema macht Krainz bezüglich der Kultur von G. bruchii: „.. unempfindliche Kulturpflanze, hält auf trockenem Substrat im Winter Fröste ohne weiteres aus. „


Bei der Suche nach Textstellen für G. andreaezu diesem Thema war es nicht im gleichen Umfang möglich, belegbare Zitate für die Winterverträglichkeit von G. andreae zu finden.
Hosseus schreibt nur über die Fundorte: „........ Sa. Grande mas o menos a 2200 m „
( in der Sierra Grande in mehr oder weniger 2200 m Höhe ) , wobei man durch diese Höhenangabe sich die dortigen genaueren Temperaturangaben aus den Klimadaten holen kann.
B. Schütz erwähnt bei G. andreae nur ..... „Im Winter verträgt sie niedrige Temperaturen gut“ und auch bei Krainz wird lapidar vermerkt: „ im Winter trocken bei 6 - 10 ° C.“
Bei der Neubeschreibung von G. andreae subsp. carolinense durch G. Neuhuber finden wir erstmals wieder genaue Temperaturangaben vom heimatlichen Standort in San Luis. „ Der stete Wind und die verhältnismäßig große Kälte von bis zu minus 15 ° C im argentinischen Winter läßt sie geschützte Habitate am Rand von Felsbändern suchen. „
Bei G. andreae kann also nur aufgrund von weiteren Temperaturforschungen an den bekannten Standorten und den darüber vorliegenden meteorologischen Angaben auf Winterverträglichkeit geschlossen werden.


Gymnofan ( Fortsetzung folgt, Text zu lang)

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Donnerstag, 28. August 2014, 19:47

Winterhärte bei Gymnocalycien Teil 2

Bei eigenen Beobachtungen an G. bruchii-undG. andreae-Standorten konnte ich speziell im Winter 1993 im Juli und August Temperaturmessungen vornehmen, die für die ersten 14 Tage im August zwischen 0 ° C und minus 7 ° C schwankten, jeweils in direkter Bodennähe gemessen.
Bei einer genauen Auswertung von 13 Klimastationen der Provinz Cordoba, die alle in direkter Nähe oder sogar direkt bei G. bruchii- und G.- andreae-Fundorten liegen , tritt eine erstaunliche Übereinstimmung bezüglich des Winterklimas auf.


OrtHöheJan.-durchschn.Julidurchschn.Winterniederschl.Arten

La Falda950 m22,2 ° C10,1 ° C33 mmG. bruchii
Candonga900 m21,1 ° C9,0 ° C33 mm
G. bruchii
Ascochinga (obs.)1200 m18,5 ° C8,0 ° C31 mmG. bruchii Candelaria1200 m21,7 ° C9,6 ° C15 mm
G. bruchii
Tala Canada1215 m21,5 ° C9,3 ° C15 mm
G. bruchii
Ongamira1220 m19,7 ° C9,1 ° C21 mm
G. bruchii
Copina1448 m19,8 ° C8,3 ° C33 mm
G. bruchii
G.andreae
El Condor2155 m14,4 ° C6,3 ° C21 mm
G. andreae
Puesto Guzman2050 m15,0 ° C6,6 ° C21 mmG. andreae


Die Klimaangaben für weitereOrte in diesem Herkunftsgebiet von G. bruchii und G. andreae wieLa Cumbre, Olaen zeigen alle eine ähnliche Tendenz in der Temperaturangabe für den Winter und den in dieser Zeit fallenden Niederschlägen. Immer sind es mittlere Julitemperaturen unter einem Durchschnittswertvon unter 10 ° C undWinterniederschlägen für die drei Wintermonate Juni/Juli/August von maximal 50 mm Niederschläge.
Bei den angegebenen Mittelwerten für Juli kann man immer davon ausgehen, daß die tatsächlichen Temperaturen eine erhebliche Schwankungsbreite nach unten aufweisen, da
1. durch die beträchtliche Sonnenscheindauer von 8 - 9,5 Std die nächtlichen Tiefstwerte recht schnell am Tage auf Werte über 20 ° C ansteigen und somit ein tiefer Durchschnittswert eigentlich erst durch die erheblich tieferen Nachttemperaturen erreicht wird und
2. ja auch schon Hosseus für die Stadt Cordobain knapp 400 m Höhe ein absolutes Temperaturminimum von minus 10,3 ° C angibt. Um wieviel tiefer muß dies dann an den angegebenen Standorten sein, die alle durchschnittlich 1000 m bis 1700 m
höher in den Gebirgsregionen der Sierra Chica und Sierra Grande liegen.
Aus all diesen verläßlichen Angaben kann mit Recht geschlossen werden, daß G. bruchii und G. andreae auch in unseren Breiten durchaus als winterhart gelten können, vorausgesetzt man kann durch Abdeckung oder gute Substratdrainage für einen recht trockenen Winterstandort garantieren.
In einem mehr oder weniger zufälligen Versuch wurde eine Schale mit 5 jährigen Sämlingen von G. andreae im Winter 1994/95 im Garten vor einem Gewächshaus in Gütersloh vergessen. Diese Schale erhielt keinerlei Regenschutz, vielmehr gelangte sogar mehrmals abtropfendes Wasser von der Gewächshausregenrinne in diese Schale hinein, die bis zum Frühjahr dann ziemlich dicht mit Moos überwuchert und auch völlig durchfeuchtet war. Um so erstaunlicher war es, daß von diesen Sämlingen im letzten Frühjahr und Sommer nur einer sich verabschiedete, obwohl sie doch alle die eigentlich schlechtesten Überwinterungsbedingungen gehabt hatten, mehrmals tagelanger Frost mit dazwischen liegenden Tauperioden, feuchtes Erdreich und darauf wieder Frostperioden. Diese Schale mit diesen G. andreae-Pflanzen wurde dann diesen Winter 1995/96 an einem trockenen Platz im Freien überwintert, wobei nur darauf geachtet wurde, daß kein direkter Regen mehr auf die Pflanzen traf. Über mehrere Tage bedeckte eine dünne Schneeschicht die Pflanzen, während der übrigen Zeit gab es lange Kälteperioden mit Frostperioden von knapp unter minus 10 ° C über zwei bis drei Wochen. Bis zum Februar diesen Jahres zeigte sich an den Pflanzen keinerlei negative Veränderung, die auf Kälteschäden hinweisen würde. Ich selbst bin gespannt, ob diese Pflanzen auch diesen Winter überstehen werden. Ausgehend von den Bedingungen am Standort glaube ich fest daran, daß diese Schale mit G. andreae-Sämlingen im späten Frühjahr 1996 blühen wird. ( hat sie auch, allerdings 2 Jahre später bekam die Gruppe Feuchtigkeit in einem warmen Februar und dann nochmal Kahlfrot, was sie nicht überlebt


Gymnofan



Teil 3 folgt

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Donnerstag, 28. August 2014, 19:48

Winterhärte bei Gymnocalycien Teil 3

Teil 3

Eine weitere Beobachtung zum Thema Winterfestigkeit bei Gymnocalycienarten möchte ich hier noch anfügen. Im August 1993 konnte ich an mehreren Standorten von Gymnocalycium catamarcense TILL & W.TILL und G. catamarcense ssp. catamarcense fa. montanum TILL & W.TILL feststellen, daß diese Habitate durchaus mehrfach im Winter Frost und vereinzelt auch Schnee abbekommen. Es gelang dabei, sogar Aufnahmen von Gymnopflanzen mit vereisten Dornen zu machen. Verständlich wirddies dadurch, daß die dortigen Standorte verhältnismäßig hoch liegen, z. B. bei der fa. montanum auf über 2200 m ü.M. Dieser Winterzustand dauerte dort über mehrere Tage an, denn auch am nächsten und übernächsten Tag war die Temperatur in Belen( 1240 m ) und auf der Weiterfahrt nach Süden immer noch deutlich unter Null Grad. Aus diesen Angaben möchte ich allerdings im Gegensatz zu den Feststellungen bei G. bruchii und G. andreaenicht auf Winterfestigkeit bei G. catamarcense schließen, sondern nur anmerken, daß diese Arten durchaus auch einige Grad Frost vertragen können, immer dabei unter der Voraussetzung, daß sie völlig trocken stehen. Der dort im Winter sehr selten fallende Schnee trägt nämlich nicht zur Bodendurchfeuchtung bei, sondern er wird meist im Lauf von einem oder zwei Tagen durch die Sonne sehr schnell aufgezehrt. Er kann somit nicht bis in die Wurzelbereiche der Pflanzen vordringen.

Eine ganz erstaunliche Feststellung zum Thema Winterverträglichkeit bei Gymnocalycien konnte ich in den letzten 6 Jahren bei einem Kakteenfreund in der Umgebung von Aschaffenburg machen. In einem südseitig gelegenenFreibeet, das im Winter einen leichten Regenschutz erhält, wurde vor nunmehr 6 Jahren eine G. uruquayense-Pflanze zwischen mehrere winterharte Opuntien, Echinocereen, Orysstachys und Lewisien frei ausgepflanzt. Das Freibeet hat eine recht gute Kiesdrainage und das eigentliche Substrat besteht aus einem gut wasserdurchlässigem Gemisch aus verwittertem Gneisboden und Lavalit. Diese G. uruquayense-Pflanze überlebt dies nunmehr schon den fünften oder sechsten Winter scheinbar ohne jegliche Beeinträchtigung und kommt sogar jedes Jahr zum Blühen. Wie sich das allerdings mit den Standortverhältnissen im Tiefland von Uruquay vereinbaren läßt, ist mir bisher ein Rätsel.



Literatur: Hosseus C.C.:in Feddes : Repertorium speciorum novarum 1929/30 Seite 256-261
Bickerich G. in Monatsschrift der DKG
1932 Seite 20-2
Osten C. in Notas sobre cactaceas 1941, Seite 75-76
Hosseus C.C. in Notas sobre cactaceas Argentinas Archivos Escuela Pharm. Fac.
Cienc. Med. Cordoba No. 9
1939
Krainz: Die Kakteen I I 11975
Schütz B. private Druckvorlage für deutsche Ausgabe Gattung Gymnocalycium
Seite 42
Neuhuber G. Gymnocalycium andreae ssp. carolinense in Gymnocalycium 7(3) 1994
Seite 127-130
De Fina Armando L.: Aptitud Agroclimatica de la Republica Argentina, 1992, 113-
124 u. 133-139
Treuheit A.: Mein Kakteengarten. Winterharte Kakteen und andere Sukkulenten in
Kakteen Sukkulenten (16) Heft 4 -1981Seite 65-73



Gymnofan



mußte den Beitrag auf 3 Teile splitten, da sonst zu lang für einen Eintrag

4

Donnerstag, 28. August 2014, 23:17

Hallo Bernhard,

besten Dank für diesen informativen und ausführlichen Beitrag zur Winterhärte bei Gymnocalycien.

5

Donnerstag, 28. August 2014, 23:20

Herzliche Dank für diesen ausführlichen Bericht
L.G. Robert

6

Freitag, 29. August 2014, 20:49

Recht herzlichen Dank Bernhard, sehr interessant!
Sukkulentenfieber ist eine schwere Krankheit! Wer sich infiziert hat, ist nicht zu retten!
Hauptsache, der frühe Vogel säuft nicht meinen Kaffee!!
Tom

7

Samstag, 30. August 2014, 21:39

Auch von mir besten Dank, werter Bernhard, dass du uns diesen Bericht hier zur Verfügung gestellt hast. Gestern Abend habe ich mir alle drei Teile ausgedruckt und als Gute-Nacht-Lektüre zu Gemüte geführt.

Dennoch sträubt sich bei mir alles, wenn man den Begriff "Winterhart" bei Gymnocalycium und vielen anderen Kakteen verwendet. Mit "Frosthart" kann ich deutlich besser leben. Mal von ein paar opuntioiden Kakteen abgesehen ist "Winterhart" bei den allermeisten Kakteen hierzulande reine Lotterie. Was fünf Winter in Folge gutgehen kann, kann im sechsten Winter immer noch locker in die Hose gehen.
Bitte nicht als persönliche Kritik verstehen, ist eher so eine prinzipielle Sache und auch nur meine bescheidene Meinung.

Übrigens hab ich mir erlaubt, die Überschrift etwas zu modifizieren und das "Teil 1" zu entfernen. Sonst liest jemand vielleicht nur die Thread-Überschrift und wartet verzweifelt auf den zweiten Teil... ;)

Viele Grüße!

Shamrock (aka Matthias)
"Man vermeide, wenn man sich schon mit Kakteen befassen will, jede Art von Humor und Toleranz." - Glossen-Autor aculeatus in der Stachelpost 1969


8

Sonntag, 31. August 2014, 08:30

Hallo Matthias,
also das ist eine reine Definition, was man als winterhart bezeichnet, natürlich ist da bei den besagten Gymnos bei etwa minus 15 Grad schon die Grenze erreicht, was aber in einigen Bereichen Deutschlands durchaus für Winterhärte ausreicht. Ausschlaggebend ist halt immer die Winterfeuchte, speziell, wenn es zwischendurch anfängt richtig zu tauen und die Pflanzen Feuchtigkeit aufnehmen können, wie es öfters in einem sonnigen Februar möglich ist.Wenn dann nochmal richtiger Frost kommt, dann geht es dahin.
Habe bei mir im Garten eine Agave utahensis ausgepflanzt, die als Rekord bisher minus 28 Grad locker aushielt und munter weiterwächst, das würdest Du erst als winterhart bezeichnen.
Auf das Thema bin ich gekommen, als ich zufälligerweise in der Uni Cordoba das Buch De Fina Armando L.: Aptitud Agroclimatica de la Republica Argentina, 1992, 113- 124 u. 133-139 entdeckte und mir die Mühe machte, mal die einzelnen Wetterstationen zu lokalisieren und dabei die G. bruchii und G. andreae Standorte verglich.

Vg
Gymnofan

9

Sonntag, 31. August 2014, 21:12

Hallo Bernhard,

als "Winterhart" definiere ich Pflanzen, welche in unseren Breitengraden frei ausgepflanzt und ohne weitere Schutzmaßnahmen problemlos einen Winter draußen überstehen. "Frosthart" ist, wie der Name sagt, frosthart. Schutzmaßnahmen gegen jegliche Nässe sind obligatorisch. Ist wohl wirklich eine Definitionsfrage.
Die hier Totgesagte leben länger! (Frosthärte bei Gymnocalycien) standen auch komplett trocken (also eben als frosthart) überwintert, bis es ihnen dann doch etwas zu kalt wurde.
"Man vermeide, wenn man sich schon mit Kakteen befassen will, jede Art von Humor und Toleranz." - Glossen-Autor aculeatus in der Stachelpost 1969