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1

Mittwoch, 22. August 2012, 13:59

Gießwasser entkalken!

Hallo,
hab da mal wieder eine Frage! War heute beim Dünger kaufen, dabei fiel mir eine Flasche Wasserentkalker für Gieß- und Aquarienwasser auf (war einer von "Gabi"). Leider kann ich nur mit Leitungswasser düngen, keine Chance an Regenwasser zu kommen. Taugt so ein Mittel was? Ganz günstig scheint es auch nicht zu sein. Eine kleine Flasche und für einen Liter Wasser braucht man zwei Verschlußkappen. Hab's erst mal stehen lassen, war mir erst mal nicht ganz geheuer das einfach ins Wasser zu kippen. Nachher schadet es den Pflanzen mehr, als daß es was bringt!?
Hat vielleicht jemand Erfahrungen damit oder einen Alternativvorschlag zum Wasser entkalken?

Gruß
Jürgen

2

Mittwoch, 22. August 2012, 16:33

Hallo Jürgen,

das Entkalken von Leitungswasser ist sicherlich ein umstrittenes Thema. Über Abkochen, speziellen Filtern, Verwendung von Torf bis hin zu chemischen Mitteln ist alles vertreten. Ich verwende bei unserem Berliner Leitungswasser grundsätzlich Oxalsäure. Gebe doch diesen Begriff mal in die Suchfunktion ein und du wirst in unserem Archiv etwas dazu finden.
Diesen Wasserentkalker aus dem Garten/Baumarkt kenne ich auch, ist viel zu teuer. :thumbdown:

Gruß Frank

3

Mittwoch, 22. August 2012, 16:54

Hallo Jürgen,

da du die Frage aufgeworfen hast nehme ich an, dass das Leitungswasser in deinem Wohngebiet recht hart, bzw. kalkhaltig ist. Hast du den Wert selbst gemessen oder mal beim zuständigen Wasserwerk nachgefragt?

4

Mittwoch, 22. August 2012, 17:24

@ Frank
Danke für den Tip, werde mich mal schlau machen.

@ Markus
Ehrlichgesagt keine Ahnung! Habe mir aber gerade mal bei SWM (Stadtwerke München) ein PDF (Trinkwasser-Analyse-München) angesehen. Die Masse an Werten sagt mir allerdings wenig. Einzig in einem Satz heißt es: "Das Wasser entspricht mit einer Gesamthärte von 2,58 mmol/l (14,4 °dH) dem Härtebereich "hart".". Weitere Werte sind ohne Ende gelistet, aber wie gesagt ????
Daß es wahrscheinlich recht kalkhaltig ist, merke ich hauptsächlich an meinem Wasserkocher!

Gruß
Jürgen

5

Mittwoch, 22. August 2012, 20:44

Moin Jürgen.
( Wann hast du wohl den Dünger gekauft hmmmmmmmm... :D)

Also ich kann nur so viel sagen, dass Abkochen nichts bringt. Im Gegenteil. Die Mineralien im Wasser verdampfen ja nicht einfach so. Daher setzt sich besonders bei Wasserkochern der Kalk besonders stark ab. Du konzentrierst den Kalkgehalt höchstens noch.
Erfahrung hab ich mit diesem Zeug nicht aber ich täte auch nicht dazu greifen. Bin kein Chemiker, aber ich will gar nicht wissen, was da drinnen ist, dass der Kalk im Wasser "aufgefressen" und ohne schädliche Überbleibsel zurück gelassen wird.
Ich gieße ja, wie glaub ich schon halbwegs bekannt, mit destilliertem Wasser. Dieses wird 0,5 zu 5 gestreckt. Sprich auf 5 Liter kommt ein halber Liter Leitungswasser. Unser Wasser in Augsburg ist zwar sehr gut aber dennoch nichs auf Dauer für meine Terrarien und Pflanzen. Nicht sehr günstig da ich alle 2 Monate etwa 100-120 Liter brauche.
War einmal dabei zu suchen ob ich so einen Groß-Kanister mit 500 Liter oder so bekomme aber das versank irgendwann... Naja anderes Thema!

LG
Liebe Grüße, Benni
Flickr Galerie! Die besten Bilder sind hier zu finden.
EyeEm.

6

Mittwoch, 22. August 2012, 21:01

Nee, abkochen bringt sicher nichts. Ich meinte auch nur, daß ich durch meinen Wasserkocher, bzw. den Kalkablagerungen darin, festgestellt habe, daß das Münchner Wasser wohl recht kaklkhaltig ist.
Was ich mich jetzt frage, bringt Gießen mit destilliertem Wasser den Pflanzen überhaupt etwas? Sind aus diesem nicht alle, auch die nützlichen Mineralien, herrausdestilliert?! Destilliertes Wasser verwende ich bisher eigentlich nur zum Absprühen einiger Pflanzen um z.B. braune Blattspitzen wegen zu trockener Luft zu verhindern.

Genau Benni :D da wollte ich den Dünger kaufen ... hatten sie aber weder bei euch im Laden noch gegenüber bei Schmitts. Bin auf der Suche nach Wuxal Kakteendünger!

Gruß
Jürgen

7

Mittwoch, 22. August 2012, 21:09

Grüß dich. War auch mehr auf Frank bezogen bzw auch für die Allgemeinheit natürlich.
sicherlich ein umstrittenes Thema. Über Abkochen, speziellen Filtern


Wusst ich es doch ^^. Aber so ein spezielles Zeug haben wir nicht. Nur so Kakteen "A1" Dünger *lach*

Zum destillierten Wasser mal ein wenig ausschweifen:
Genau, das Wasser würde Mensch, Tier und Pflanze die dort befindlichen Salze und Nährstoffe entziehen. Es würde also allen Organismen schaden statt nutzen. Bei Topfpflanzen kann man es jedoch bei extremen Schwachzehrern auch pur benutzen. Karnivoren z.B. Der Torf reichert das Wasser dann soweit an dass es nicht mehr diesen Negativeffekt hat. ( so meine Theorie!)
Daher strecke ich das Wasser auch mit 0,5 Litern LEitungswasser.Das hat denselben Effekt. Ein Wasser, das sehr nährstoffarm ist. So lässt sich auch optimal der Dünger anmischen.

LG
Liebe Grüße, Benni
Flickr Galerie! Die besten Bilder sind hier zu finden.
EyeEm.

8

Donnerstag, 23. August 2012, 13:44

Nee, abkochen bringt sicher nichts

Naja, durch das Kochen wird schon etwas Kalk "ausgefällt". Doch hier wird anscheinend viel verwechselt. Dein Wasser hat eine Gesamthärte von 14,4°dGH. Das sind alle gelösten Salze im Wasser, nicht nur Kalk. Interessant wäre deine KH. Die Karbonathärte. Die sagt aus, wieviel Hydrogencarbonat in deinem Wasser gelöst ist. Und die macht ein Wasser "hart". Mit Zugabe von Säuren wird eigentlich nur der pH-Wert gesenkt, die "Härte" bleibt eigentlich. Natürlich wird die auch etwas niedriger, weil es ein Naturgesetz ist; der Zusammenhang zwischen CO², pH und KH. Man kann den einen Wert nie ohne den anderen Wert ändern. Hab ich nie ganz kapiert. Besser ist es, das Wasser mit z.B. destillierten Wasser(keine KH) zu mischen, um ein "weiches" Wasser zu bekommen. Theoretisch und teuer.
Ich behaupte, Dein "hartes" Wasser ist ok. Du kannst ja deinem Substrat Kieselgur, oder z.B. Zeolith hinzufügen, das senkt den pH-Wert etwas und bindet ein bisschen das Karbonat.
(Wahrscheinlich bin ich jetzt durch mein gefährliches Halbwissen in ein Wespennest gehechtet)
Gruß
Stefan

9

Donnerstag, 23. August 2012, 14:03

Wahrscheinlich bin ich jetzt durch mein gefährliches Halbwissen in ein Wespennest gehechtet

Hihi, geht mir genauso. Bei solchen Sachen halte ich mich auch gerne zurück um danach nicht in der Luft zerissen zu werden... Ansonsten würde ich deine Ausführungen aber bestätigen, denn diese entsprechen auch meinem Wissensstand.
Spätestens wenn Sensei66 (aka Stefan) oder Edmund hier wieder mal auftauchen sollten wird´s heikel! Das sind beides Chemiker... Wobei aber beide auch das Talent haben komplizierte Zusammenhänge nachvollziehbar und verständlich darzulegen.

Bin ich froh genügend Regenwasser zur Verfügung zu haben und mir um solche Sachen keine Gedanken machen zu müssen!
"Man vermeide, wenn man sich schon mit Kakteen befassen will, jede Art von Humor und Toleranz." - Glossen-Autor aculeatus in der Stachelpost 1969


10

Donnerstag, 23. August 2012, 15:21



Bin ich froh genügend Regenwasser zur Verfügung zu haben
Nun ja, wenn Regenwasser das Beste ist, kannst Du wohl froh sein. Nicht jeder hat das zur Verfügung, ich auch nicht. Soll ich deshalb das aufgeben, was mir so viel Spaß macht?!? Ich frage mich auch manchmal, ob das nicht überschätzt wird. Ich war mal in einer Kakteengärtnerei und sah, wie alle Pflanzen mit einem Schlauch, der an der Wasserleitung angeschlossen war, gewässert wurden....Ich bin inzwischen dazu übergegangen, mein Gießwasser durch den Britta-Filter laufen zu lassen. Ob es was bringt? Ich weiß es nicht, aber es schadet ja auch nicht. Urs

11

Donnerstag, 23. August 2012, 16:42

Hui ... wieder einiges an Infos!
Eigentlich sehe ich es wie Urs, nur weil ich kein Regenwasser hab, werd ich sicher nicht auf mein Hobby verzichten. Bei vielen anderen Haltungsbedingungen muß ich auch etwas "kreativ" sein ... geeignete Überwinterung etc.
Manche Pflanzen kommen eben mit meinen Bedingungen klar, andere nicht!
War jetzt auch mehr wegen der Gartencenterentdeckung darauf gekommen. Aber einiges hat die Frage schon gebracht. Kieselgur und Zeolith ist in meiner Substratmischung fast immer enthalten und das Mischen mit destilliertem Wasser werd ich mir auch merken - hab zufällig gerade wieder einen Kanister eingekauft!
Also danke für eure Tips und Meinungn.

Gruß
Jürgen

12

Donnerstag, 23. August 2012, 17:47

Gerade deshalb, weil wir keine Chemiker sind, kam der Hinweis auf unser Archiv. Dort erläutert Sensei66 als Chemiker einige Zusammenhänge.
Das Mischen mit dest. Wasser scheidet bei mir schon wegen der Menge von 30 Liter/Woche im Sommer und unserer Gesamthärte von 17-19 Grad aus. Da brauchte ich ja einen Lieferservice für dest. Wasser. :D Letztendlich muß jeder selbst für sich entscheiden, welchen Aufwand er betreiben will oder muß.

13

Donnerstag, 23. August 2012, 18:23

Tja, ich kann mich Matze nur anschließen, Regen gibt' s bei mir auch umsonst und wenn nicht, kommt der Gartenschlauch zum Einsatz. Mit Säuren wäre ich eh sehr vorsichtig, die Handhabung sollte gelernt sein..............
Sukkulentenfieber ist eine schwere Krankheit! Wer sich infiziert hat, ist nicht zu retten!
Hauptsache, der frühe Vogel säuft nicht meinen Kaffee!!
Tom

14

Donnerstag, 23. August 2012, 19:14

Dein Wasser hat eine Gesamthärte von 14,4°dGH. Das sind alle gelösten Salze im Wasser, nicht nur Kalk. Interessant wäre deine KH. Die Karbonathärte. Die sagt aus, wieviel Hydrogencarbonat in deinem Wasser gelöst ist. Und die macht ein Wasser "hart".


Das interessiert mich jetzt ebenfalls....

Also in unserer Gegend ist das Trinkwasser laut aktueller Analyse weich mit einer Gesamthärte von nur 4,17°dH. Der Gehalt an Hydrogencarbonat beträgt dabei 56,7 mg/l.

15

Donnerstag, 23. August 2012, 19:23

Hab die Werte jetzt auch noch mal durchgesehen. Unter Karbonathärte steht für München ein Durchschnittswert von 13,7 °KH.

16

Freitag, 24. August 2012, 14:18

...von 13,7 °KH

...was schon ziemlich hart ist, oder anders gesagt: Viel Hydrogencarbonat gelöst im Wasser. Bei mir hier habe ich eine KH von 8,7°; unser Wasser ist "mittel". Gefährliches Halbwissen habe ich mir durch unsere 3 Aquarien angeeignet, da sollte man schon ein wenig Ahnung haben, welches Wasser Fisch braucht und man selber hat. Damit ich mich hier aber nicht in Teufels Küche quassele, hier eine ausgezeichnete Seite über die Wasser-Chemie. Nicht nur für Aquarianer, auch für KuaS-Fans, wie wir ja gerade feststellen. Es lohnt sich, sich auch mal die anderen Unterseiten anzusehen, auch wenn viel "Fach-Chinesisch" enthalten ist.
Auch gestehe ich hiermit, im Frühjahr nach dem "Wecken" meine Kakteen mit Aquarienwasser zu düngen. Nein, das stinkt nicht und es sind auch keine Schadstoffe enthalten, sonst wären alle Fische und Garnelen auch mausetot. Auch ist der pH-Wert meist im leicht sauren Bereich, sprich bei 6,8, was perfekt für die Pflanzen ist. Dies wurde durch die Nitrifikation und andere Vorgänge im Aquarienfilter erreicht. Wie genau: siehe Link oben! Man muss nur aufpassen, die Pflanzen nicht zu sehr zu treiben, da dieses Wasser relativ viel Nitrat enthält, was nix anderes ist als Stickstoff. Ausserdem noch Phosphor, welches meine Unterwasserpflanzen nicht aufgenommen haben. Dies alles will Aquarianer durch Teilwasserwechsel aus seinen Becken loswerden (d. h. er "verdünnt mit Frischwasser), ich kann's gut für die Balkon-Blumen gebrauchen und ab und zu für die Kakteen. Bis jetzt stank noch kein Kaktus nach Fisch oder ist gekränkelt, außer daß man mir vorwirft, meine Pflanzen stünden zu gut im Futter.
Ich finde, das war jetzt fast nicht off-topic, sondern Background, oder? ;)
Gruß
Stefan

17

Freitag, 24. August 2012, 16:01

da will ich auch mal mein Halbwissen einbringen 8)

Nunja, eigentlich kann ich Dir nur meine eigenen Erfahrungen mitteilen. Wir haben hier eine Gesamthärte von 12,7 mit einer Carbonathärte von 11,8. Meine Pflanzen haben noch nie was anderes als Leitungswasser gesehen und denen geht's bestens. Ich denke, das mit dem chemischen Enthärten solltest Du besser lassen (teuer, aufwändig).
Allenfalls beim Düngen die eher sauer reagierenden Nährsalze verwenden (z.B. Ammoniumphosphat ). Dann wäre natürlich noch die Frage, welche Pflanzen Du pflegst. Viele Mexikaner stehen auf etwas Kalk. Südamerikaner kannst Du mit etwas Torf (max. 30%) im Substrat verwöhnen (für die Kritiker: ich spreche hier nicht von holländischer TKS-Kultur) .
Ansonsten... wenn das Wachstum stockt... UMTOPFEN :whistling:

Grüßle Robby

18

Freitag, 24. August 2012, 23:35

Bis jetzt stank noch kein Kaktus nach Fisch

Solange Du keine Schuppen entdecken kannst, wird alles richtig sein.
Sukkulentenfieber ist eine schwere Krankheit! Wer sich infiziert hat, ist nicht zu retten!
Hauptsache, der frühe Vogel säuft nicht meinen Kaffee!!
Tom

19

Samstag, 25. August 2012, 11:09

...wird alles richtig sein

sehe ich genauso.
Fazit: Wer meint, sein Wasser sei "zu hart", wie im Falle Jürgens, der solle evtl. mit destillierten Wasser sein Leitungswasser für eine überschaubare Anzahl von Pflanzen verschneiden, oder abkochen. Auch das bringt eine kleine Senkung der Härte. Ich behaupte mal, bei den meisten rühren die Ablagerungen an den Gefässen nicht durch ausgefälltes Hydrogencarbonat (= Gips), sondern durch nicht gelöste Salze der Düngung.
Mit Säuren hantieren würde ich nicht, denn das will gelernt sein! Ansonsten sauberes Regenwasser; kostenlos und KuaS-geeignet. Natürlich kann man sich auch eine Profi-Umkehr-Osmose-Anlage wünschen, so wie Benni. Quod libet - Wie es euch gefällt :D
Gruß
Stefan

20

Samstag, 25. August 2012, 13:05

Wie bereits erwähnt, hat bei uns das Leitungswasser einen Gehalt an Hydrogencarbonat von 56,7 mg/l. Da ich diesen Wert zum besseren Vergleich als Karbonathärte (KH) in °dH benötige, habe ich folgende Umrechnungsformel gefunden:

Berechnung der Karbonathärte (KH) in °dH: Hydrogencarbonat (HCO3) -Wert in mg/l / 61,017 * 2,8

Berechnung der Karbonathärte (KH) in °dH
56,7 / 61,017 * 2,8= 2,60 °KH

Nach dieser Berechnung würden 56,7 mg/l (Hydrogencarbonat) also 2,60 °KH (Karbonathärte) entsprechen.

Kann jemand bestätigen, dass diese Umrechnungsformel korrekt ist?