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1

Montag, 28. Mai 2012, 12:33

Warum soll man bei Kakteen nicht die Wurzeln schneiden/einkürzen?

Hallo!
Warum soll man bei Kakteen nicht die Wurzeln schneiden/einkürzen?
Ich meine nicht bei älteren Kakteen sondern bei Sämlingen.Ich habe den Eindruck als ob das bei Kakteen nicht gemacht wird/erwünscht ist.Könnt ihr was dazu sagen?Hat jemand schon Erfahrungen damit gemacht?Gibt es irgentwo einen Erfahrungsbericht?
Gruß Bco

2

Montag, 28. Mai 2012, 13:47

Ich wüsste einfach keinen triftigen Grund, warum man dies machen sollte.
Um das Wurzelwachstum anzuregen? Damit man bereits die jungen Sämlinge bis zum Aufplatzen treiben kann? Zudem besteht ja auch ein gewisses Restrisiko, wenn man an deren Würzelchen rumschnippelt. Kann sein, dass es bei manchen nicht schaden würde aber worin soll dann der Nutzen liegen?

Um deine Fragen also konkret zu beantworten: Erfahrungen diesbezüglich habe ich keine und habe auch nicht vor, diese zu machen.

Aber interessante Frage! Bitte meine Antwort also nicht Fehlinterpretieren! Ich will dich jetzt nicht runtermachen, weil du eine innovative Idee aufgeworfen hast. Neue Wege gehen und neue Erfahrungen sammeln ist ja prinzipiell nie verkehrt.
"Man vermeide, wenn man sich schon mit Kakteen befassen will, jede Art von Humor und Toleranz." - Glossen-Autor aculeatus in der Stachelpost 1969


3

Montag, 28. Mai 2012, 18:01

Eine interessante Frage die du da gestellt hast.

Wird die Wurzelspitze aus irgendeinem Grund zerstört, muss die Pflanze dies auf Kosten der weiteren Entwicklung ausgleichen. Dabei verzweigen sich aber zwangsläufig die Wurzeln. Würde man nun bei einem Sämling gezielt immer wieder die Wurzelspitzen abschneiden, hätte dies zur Folge, dass sich die Wurzel mehr und mehr verzweigt und somit die Wurzelleistung steigt.

Ich sehe darin aber ebenfalls keinen Nutzen, denn in der Regel streben wird doch einen möglichst natürlichen und gedrungenen Wuchs unserer Kakteen und anderen Sukkulenten an. Dazu ist aber u.a. auch ein eher langsames, bzw. der Art entsprechendes Wachstum notwendig.

Abgesehen davon reagieren Sämlinge mitunter sehr empfindlich auf Wurzelverletzungen.


Interessant wäre natürlich ein entsprechender Versuch, bzw. Vergleich.

4

Montag, 28. Mai 2012, 19:58

Hallo!
Danke für eure Antworten!

Shamrock: Um das Wurzelwachstum anzuregen?Ja,um das Wurzelwachstum anzuregen.Wenn die Pflanze angeregt wird,viele neue Wurzeln zu bilden,kann sie doch mehr Wasser und Nährstoffe aufnehmen.Ist doch gut,oder?Außerdem denke ich,entsteht ein besserer Wurzelballen und die Pflanze ist besser im Substrat verankert.
Damit man bereits die jungen Sämlinge bis zum Aufplatzen treiben kann? Kann das denn passieren,wenn man die Wurzeln einkürzt?Darf ich dich fragen wie du zu dieser Überlegung kommst?
Bei anderen Pflanzen wird das ja auch gemacht und die platzen doch auch nicht.Für mich stellt sich jetzt die Frage: warum sollen ausgerechnet Kakteen platzen, wenn man die Wurzel einkürzt?
Keine Angst,ich fühle mich jetzt nicht beleidigt oder so.

Markus:möglichst natürlichen und gedrungenen Wuchs unserer Kakteen ...
Das ist doch auch eine interessante Frage!Werden Kakteen grösser oder wachsen sie schneller,wenn man die Wurzel einkürzt?
Würde man nun bei einem Sämling gezielt immer wieder die Wurzelspitzen abschneiden...
Nicht immer wieder,nur wenn man sie neu bekommt und umtopft.Sämlinge haben manchmal doch ziehmlich lange Wurzeln und ich kann doch einen Sämling der vielleicht 2,5cm groß ist nicht gleich in einen 10er Topf geben.



Gruß Bco

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Bco« (28. Mai 2012, 20:22)


5

Montag, 28. Mai 2012, 20:04

Naja, okay, das mit dem Aufplatzen war jetzt natürlich übertrieben. Aber wenn ich einen Kaktus in vernünftigem, gesundem Maße mit Nährstoffen und Wasser versorge, dann braucht er auch keinen extra dicken Wurzelballen zum Aufnehmen.
Bessere Verankerung, hmh. Ich habe bisher noch keinen Sämling gesehen, welchen der Wind aus seinem Topf gepustet hat... ;)

Wenn du die Wurzeln bei einem Sämling kürzt, nur damit er noch mehr Wasser und noch mehr Nährstoffe aufnehmen kann, dann ist das schon ein "Treiben". Zumindest hat es nicht viel mit einem gesunden Wuchs zu tun.
Ich bleibe dabei: Ich sehe keinen Sinn/Nutzen darin.
"Man vermeide, wenn man sich schon mit Kakteen befassen will, jede Art von Humor und Toleranz." - Glossen-Autor aculeatus in der Stachelpost 1969


6

Montag, 28. Mai 2012, 20:46

Der Autor Hans Hecht ist auf das Thema "Wurzelverzweigungen" ein wenig eingegangen und schreibt dazu in seinem Handbuch für Kakteen:

Zitat von »Hans Hecht: Handbuch der Kakteen/Seite 164.«

Trotzdem kommt es bei Kakteen und in deren Substraten zu keiner, das Umpflanzen sehr erleichternden Wurzelballenbildung.



Sämlinge haben manchmal doch ziehmlich lange Wurzeln und ich kann doch einen Sämling der vielleicht 2,5cm groß ist nicht gleich in einen 10er Topf geben.
Wenn die Sämlinge bereits sehr lange Wurzeln haben, dann entspricht das eben dieser Art und ich versuche dies so weit als möglich auch in Kultur zu erhalten. PS: Dafür gibt es auch spezielle tiefe Töpfe.


Außerdem denke ich,entsteht ein besserer Wurzelballen und die Pflanze ist besser im Substrat verankert.
Nimm doch z.B. mal eine Art die eine lange Pfahlwurzel ausbildet. Es liegt doch wohl auf der Hand, dass eine lange natürlich ausgebildete Pfahlwurzel eine bessere Verankerung bietet, als eine eingekürzte, dafür aber verzweigte Wurzel.


Werden Kakteen grösser oder wachsen sie schneller,wenn man die Wurzel einkürzt?
Das kann ich nicht mit Bestimmtheit sagen, aber ich gehe davon aus, dass eine Pflanze deren Wurzelmasse man "künstlich" vergrößert hat mehr Nährstoffe aufnehmen kann, dadurch schneller wächst und somit ihren natürlichen Habitus einbüßt.

Ich möchte noch anmerken, dass die von mir vorgebrachten Argumente nicht belegt sind und lediglich eine Vermutung meinerseits darstellen.

Du kannst ja gerne mal eine Versuchsreihe starten...

7

Montag, 28. Mai 2012, 21:33

8) Es hat durchaus schon geplatzte Kakteen gegeben, die zu sehr getrieben wurden.
Sehr anfällig sind hier Lophophora, Gymnocalycium, Astrophytum .
Sukkulentenfieber ist eine schwere Krankheit! Wer sich infiziert hat, ist nicht zu retten!
Hauptsache, der frühe Vogel säuft nicht meinen Kaffee!!
Tom

8

Dienstag, 29. Mai 2012, 10:25

8) Es hat durchaus schon geplatzte Kakteen gegeben, die zu sehr getrieben wurden.
Sehr anfällig sind hier Lophophora, Gymnocalycium, Astrophytum .
In der Tat. Bei mir waren das vor allem Gymno's der Arten mihanovichii oder, wie hier G. damsii var. tucavocense. Also die mit den tiefen Rippen.
»Ambroxol« hat folgendes Bild angehängt:
  • aufgeplatzt.JPG
Gruß
Stefan

9

Dienstag, 29. Mai 2012, 14:34

In der Tat. Bei mir waren das vor allem Gymno's der Arten mihanovichii oder, wie hier G. damsii var. tucavocense. Also die mit den tiefen Rippen.

HalloAmbroxol!

Kommt das eindeutig davon,das du vorher die Wurzel geschnitten/eingekürzt hast?
Gruß Bco

10

Dienstag, 29. Mai 2012, 14:41

8) Es hat durchaus schon geplatzte Kakteen gegeben, die zu sehr getrieben wurden.
Sehr anfällig sind hier Lophophora, Gymnocalycium, Astrophytum .

Hallo Thomas Kühlke!

Ja ,das das gibt es.Hat man bei denen vorher die Wurzeln geschnitten/eingekürzt?Oder hat man den nur zuviel Dünger gegeben?
Gruß Bco

11

Dienstag, 29. Mai 2012, 14:59

Bessere Verankerung, hmh. Ich habe bisher noch keinen Sämling gesehen, welchen der Wind aus seinem Topf gepustet hat... ;)
Hallo Shamrock!

Was sind denn die Aufgaben von Wurzel im allgemein?
Haben sie nicht die Aufgabe:
1.Aufnahme von H2o
2.Aufnahme von Nährstoffen
3.Verankerung im Boden
oder?Du kannst natürlich für den Begriff Verankerung auch einen anderen Begriff wählen.Kommt aber auf das selbe raus,denke ich.
Gruß Bco

12

Dienstag, 29. Mai 2012, 15:20

Hallo Shamrock!

Was sind denn die Aufgaben von Wurzel im allgemein?
Haben sie nicht die Aufgabe:
1.Aufnahme von H2o
2.Aufnahme von Nährstoffen
3.Verankerung im Boden
oder?Du kannst natürlich für den Begriff Verankerung auch einen anderen Begriff wählen.Kommt aber auf das selbe raus,denke ich.
Gruß Bco

In der Diskussion ging es mir aber um den Sinn und Zweck der Wurzelbeschneidung. Selbstverständlich dient die Wurzel u.a. auch der Verankerung im Boden aber diese ist doch, im Normalfall zumindest, auch ohne eine Kürzung gewährleistet. Wie geschrieben: Ich habe noch keinen Sämling gesehen, welchen der Wind aus seinem Topf gepustet hat.
Gegebenfalls würde hier im Habitat eine Kürzung Sinn machen, damit die Dornen, die vielleicht im Fell von umherstreifenden Tieren hängen bleiben, den Sämling nicht so leicht aus der Erde reißen lassen, da der Kaktus von den Wurzeln dort sicherer verankert wird. Wenn du Zeit und Lust hast, kannst du diese Aufgabe ja gerne übernehmen. ;)

Zudem dient die Wurzel bei Kakteen übrigens häufig auch zur Wasserspeicherung. Wo fängt bei Sämlingen dann die Rübe an und wo hört sie auf? Hier könnte ein falscher Schnitt fatale Folgen haben!

Tut mir leid, deine Pro-Argumente konnte bisher noch nicht überzeugen.
"Man vermeide, wenn man sich schon mit Kakteen befassen will, jede Art von Humor und Toleranz." - Glossen-Autor aculeatus in der Stachelpost 1969


13

Dienstag, 29. Mai 2012, 17:45

Hallo Bco! ?(
Nein das kommt nicht vom eindeutigen Wurzeln beschneiden oder einkürzen. Das "Platzen" oder vielmehr Aufreissen der Epidermis kam vom zu starken Antreiben im Frühjahr, d.h. die Pflanze nahm nach vollkommener Trockenheit im Winter zu schnell das nun verfügbare Wasser inkl. Nährstoffe auf. Natürlich haben die vorhandenen Rippen einen ungefähren "Zieharmonika-Effekt", aber auch der hat seine Grenzen.
Zurück zum Thema: Ich würde eine, sehr behutsame, Kürzung der Wurzelspitzen für sinnvoll halten, wenn es der Neubewurzelung dient, d. h. die Pflanze soll schnell wieder auf eigenen Füßen stehen. Z. B. bei Pfröpflingen. Aber nur theoretisch. Wär mir zu heikel, wegen der dauernden Infektions- oder Fäulnisgefahr durch das Schnippeln.
Gruß
Stefan

14

Dienstag, 29. Mai 2012, 20:49

Hat man bei denen vorher die Wurzeln geschnitten/eingekürzt?Oder hat man den nur zuviel Dünger gegeben?

8) Nein, auf eine Wurzelkürzung würde ein "vernünftiger" Kakteenfreund niemals kommen, weil, wie oben schon mehrfach erwähnt, diese noch andere Aufgaben haben, welche durch eine Kürzung in Gefahr geraten. Dies sollte dieser Kakteenfreund wissen. Eine Wurzelkürzung würde ein Platzen, wie von Ambroxol beschrieben sogar noch verheerend verstärken.
Sukkulentenfieber ist eine schwere Krankheit! Wer sich infiziert hat, ist nicht zu retten!
Hauptsache, der frühe Vogel säuft nicht meinen Kaffee!!
Tom

15

Dienstag, 29. Mai 2012, 22:36

Moin,

ich hatte davon gelesen, dass man bei Sämlingen die Wurzeln einkürzen solle, damit diese sich vermehrt verzweigen. Die Gründe wurden aber ja oben schon diskutiert. Als ich nun eine Hand voll Gasteria-Samen hatte, wollte ich es ausprobieren (ausgerechnet ICH, der ich ja nicht so der Saatbauer bin :rolleyes: ). Ich dachte mir, dass Gasterien robust genug sind so etwas zu überstehen falls es Mist sein sollte. Und außerdem habe ich nur bei einer Hälfte die Wurzeln gekürzt, bei der anderen nicht.

Ich habe keine Vergleichsfotos gemacht, denn da gab es nichts was sich irgendwie anders entwickelt hätte - noch nicht einmal die Wurzeln waren am Ende anders, da war nicht mehr im Topf als bei den anderen. Vielleicht habe ich es aber auch nicht richtig gemacht. Trotzdem würde ich das Risiko nicht bei wertvolleren Pflanzen eingehen.

Liebe Grüße
vom TOM

16

Mittwoch, 30. Mai 2012, 12:27

Hallo Tom!
Ah :!: , sehr gut endlich jemand mit ein Paar erfahrungswerten.Kannst du mir sagen,wo du das gelesen hast?Bisher waren die Antworten ja recht wage, mehr Vermutungen.So nachdem Motto: kenn ich nicht ,ess ich nicht. :)
Gruß Bco

17

Mittwoch, 30. Mai 2012, 14:18

Moin Bco,

ich kann nicht mehr sagen wo das war. Ich habe grad mal gegoogelt und nichts gefunden. Es war in einem Forum, möglicherweise "Green24" oder auch ein anderes. Ich weiß es nicht genau, weil ich dort lediglich als Gast unterwegs war. Ich weiß beim besten Willen nicht mehr, wie ich zu diesem Thema gekommen bin. Das ist nun auch schon etwa ein Jahr her.

Ich habe die Gasterien in gleich große Töpfe in das selbe Substratgemisch gesetzt und in einen großen Untersetzer gestellt. Also soweit wie möglich die gleichen Bedingungen geschaffen. Die einen habe ich gerade in die eckigen Töpfe gepflanzt und die anderen diagonal (das geht ja super solange sie zweizeilig wachsen und nicht quirlig oder rund wie Kakteen ;) ) Ich habe lediglich zwei Mal die Wurzeln beschnitten, jeweils nach einem Umtopfen. Sowohl bei den gerade als auch bei den diagonal gepflanzten gab es etwas größere und auch etwas kleinere Pflanzen.

Ich muss aber gestehen, dass sie im Winter immer mal wieder stark ausgetrocknet waren und dadurch vielleicht jeglichen extra Wurzelgewinn verloren haben könnten. Und als Reverenzversuch will ich meine Stümperei eh nicht verwertet wissen :whistling: Mach am besten eigene Versuche mit einfachen, robusten Kakteen wie Echinopsis, die nehmen Dir so schnell nichts krumm. Es müssen ja auch keine Sämlinge sein, diese Behandluung kann ja mit gleichem Ziel bei Ablegern genauso angewendet werden.

Lieben Gruß
vom TOM