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1

Mittwoch, 2. Mai 2012, 20:44

Tauchen oder Gießen?

Was macht Ihr überwiegend?

Insgesamt 14 Stimmen

7%

Tauchen (1)

71%

Durchdringend gießen (10)

43%

"Schlückchen" (6)

21%

Substrat besprühen (3)

21%

Anstaubewässerung (3)

Moin
Neben der Umfrage, welche das Ganze übersichtlich macht soll es jedoch um Vor- und Nachteile bzw. Tipps und Tricks gehen.
Was haltet Ihr für besser?
Sicherlich ist natürlich das Substrat dabei auch entscheidend. So hat ein Tauchbad bei humushaltiger Erde wohl mehr Effekt als ein Schlückchen auf den heißen Stein.
Auch sehr von meinem Interesse sind Eure Erfahrungen, was die "Effektivität" der benutzten Methoden angeht. Sprich, wie groß Eure Abstände sind ehe die Kakteen wieder Wasser brauchen. Oder ist das Gefühl/ Konstanter Ablauf?
Hoffe das wird eine schöne Diskussion :)

LG
Liebe Grüße, Benni
Flickr Galerie! Die besten Bilder sind hier zu finden.
EyeEm.

2

Mittwoch, 2. Mai 2012, 21:08

Na dann will ich doch mal die Diskussion eröffnen (rein auf Kakteen bezogen):
Von Schlückchenbewässerung halte ich gar nichts! Die Wurzeln sollen doch schließlich irgendwann das Substrat komplett durchwurzeln. Wurzeln suchen sich immer die Feuchtigkeit im Substrat und wenn´s unten nie feucht ist, haben sie auch keinen Anlass nach unten zu wachsen.

Anstaubewässerung ist wohl wirklich die beste Methode, aber aus pragmatischen Gründen gieße ich durchdringend.

Abstände? Naja, wenn das Substrat wieder komplett abgetrocknet ist. Ausnahmen bestätigen die Regel. Also kleine Töpfe etwas häufiger. Im Zweifelsfall lasse ich sie aber lieber etwas länger auf die nächste Wasserladung warten als dass ich hiermit zu großzügig bin. Kakteen kann man leicht durch Ersaufen ermorden aber schwer durch Dehydrierung! Zudem ist natürlich das Wetter auch ein Gießfaktor. Ah ja, gutes Stichwort Wetter: meist wird nur bei trübem, bedecktem Himmel gegossen. Bei wolkenlosem Himmel und strahlendem Sonnenschein werden die Pflanzen wahrscheinlich nicht unbedingt einen plötzlichen Platzregen im Topf erwarten...

Oft gefragt wird, woran man merkt, dass das Substrat komplett trocken ist: Entweder am Topfgewicht (Vorher/Nachher) oder man kann auch den Topf auf einem Spiegel stellen: Hinterlässt dieser einen Kondensabdruck, ist sicher noch genügend Feuchtigkeit im Substrat. Sehr empfehlenswert ist auch ein Hygrometer (Feuchtigkeitsmesstab für´s Substrat). War für mich als Anfänger damals extrem hilfreich und ab und zu nutze ich diesen heute noch gerne!

So, das war´s, was mir so auf die Schnell einfiel.
"Man vermeide, wenn man sich schon mit Kakteen befassen will, jede Art von Humor und Toleranz." - Glossen-Autor aculeatus in der Stachelpost 1969


3

Mittwoch, 2. Mai 2012, 21:26

Danke Matthias!Hast du auf 3 Stimmen hochgesetzt?
So was erwartete ich hier :D
Anstau klappt aber auch nur bei humushaltigem Substrat oder? Inwiefern klappt es bei reinem Bims z.B.? So ein Hygrometerstab wird sicher auch noch bei mir Einzug halten. Besonders beim Lithops Terrarium. Da tröpfel ich mit der Pimpette bis mir die Finger weh tun! Bin ja kein Pflanzen Neuling, dennoch kann ich nicht sagen, ob mein Gefühl immer passen wird.
Wetterfaktor ist klar. Und das mit dem Durchwurzeln macht auch Sinn. Würdest du jetzt Tauchen und durchdringendes Gießen auf dieselbe Schiene setzen? Mal vom Faktor Gewächshaus und Fensterbrett abgesehen. Klar geht kein Mensch das GWH durch und nimmt 300 Töpfe in die Hand. Da ist Anstau ( meinst du eventuell auch eine bestimmte Höhe? Zum Beispiel im GWH eine 10 cm hohe Wanne, in der die Töpfe dauerhaft stehen? ) natürlich effektiver.

LG
Liebe Grüße, Benni
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EyeEm.

4

Mittwoch, 2. Mai 2012, 22:15

Anstau klappt aber auch nur bei humushaltigem Substrat oder?

8) Wer erzählt denn sowas?
Meine Pflanzen stehen alle in rein mineralischem Substrat und werden angestaut, solange es nicht regnet.
Sukkulentenfieber ist eine schwere Krankheit! Wer sich infiziert hat, ist nicht zu retten!
Hauptsache, der frühe Vogel säuft nicht meinen Kaffee!!
Tom

5

Mittwoch, 2. Mai 2012, 22:25

Dann wird hoher Anteil Bims drinnen sein schätze ich mal oder? Muss ja Stein an Stein sein, außer es ist feines Substrat, das dann eine Kapillarwirkung erzeugt.
Liebe Grüße, Benni
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EyeEm.

6

Mittwoch, 2. Mai 2012, 22:35

8) Bims, Kieselgur, Lava, Lehm, Schiefergrus und Kies. Der höchste Anteil steht vorn.
Sukkulentenfieber ist eine schwere Krankheit! Wer sich infiziert hat, ist nicht zu retten!
Hauptsache, der frühe Vogel säuft nicht meinen Kaffee!!
Tom

7

Mittwoch, 2. Mai 2012, 22:38

Joar gut. Der Lehm fördert ja auch noch gut Wasser. Wie hoch staust du an?
Liebe Grüße, Benni
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EyeEm.

8

Mittwoch, 2. Mai 2012, 22:46

8) Halbe Topfhöhe. Nach einer halben Stunde wird der Überschuß abgelassen.
Ist Regen angesagt, bleiben die Ablauflöcher offen.
Sukkulentenfieber ist eine schwere Krankheit! Wer sich infiziert hat, ist nicht zu retten!
Hauptsache, der frühe Vogel säuft nicht meinen Kaffee!!
Tom

9

Mittwoch, 2. Mai 2012, 22:49

Ich gieße durchdringend, bis Wasser unten aus dem Topf kommt. Vom Anstauen halte ich nichts, es kann sogar gefährlich sein wenn man es dauernd macht.
Liebe Grüße, Gila

10

Mittwoch, 2. Mai 2012, 22:51

Na gut anstauen auf halber Topfhöhe ist etwas anderes, als wenn man einen Untersetzer 2 cm füllt. Da kann man fast schon von Fluten sprechen. ( Mist, ist mir für die Umfrage nicht eingefallen :( )
Liebe Grüße, Benni
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EyeEm.

11

Mittwoch, 2. Mai 2012, 23:14

Endlich gibt es mal wieder eine Umfrage und dazu noch zu einem wirklich sehr interessanten Thema. :thumbup:

Bei mir kommt in erster Linie die Anstaubewässerung zum Einsatz, ergänzt durch Substrat besprühen.

Wie bereits mehrfach erwähnt, kultiviere ich meine Kakteen in handelsüblichen Balkonkästen mit entsprechenden Untersetzern. Im Frühjahr beginne ich im zunächst mit dem besprühen des Substrates und der Pflanzen. Durch die so entstehende minimale Feuchtigkeit wird die Ausbildung der feinen Faserwurzeln angeregt und die Pflanze zu neuem "Leben" erweckt.

Sind dann die ersten zaghaften Anzeichen von Neutrieb erkennbar, wird per Anstaubewässerung der Untersetzer bis zum Rand mit Wasser gefüllt, wobei der Untersetzer ein Fassungsvermögen von ca. 1 Liter Wasser hat. Bereits während des Einfüllens sieht man regelrecht, wie das Wasser durch die Kapillarwirkung aufgesogen wird. Die Wassermenge (1 Liter) reicht jedoch bei weitem nicht aus, um das Substrat bis an die Oberfläche anzufeuchten und das ist für den Übergang von Ruhephase/Wachstumsphase auch gut so. Auf diese Weise sind die Wurzeln nämlich gezwungen nach Wasser zu "suchen", d.h. es setzt verstärktes Wurzelwachstum ein und kräftige Wurzeln kommen schließlich auch der Pflanze zu Gute.

Wenn sich die Pflanzen dann so richtig im Neutrieb befinden, wird erneut angestaut, diesmal allerdings mit ca. 2 Liter Wasser/Kasten. Es kann dann durchaus drei Trage lang dauern, bis die Substratoberfläche leicht feucht wird. Durch das jetzt komplett durchfeuchtete Substrat benötigen die Pflanzen selbst bei größter Hitze für die nächsten vierzehn Tage kein Wasser. In kühlen Sommern warte ich dann durchaus auch mal drei Wochen bis zur nächsten Wassergabe.

In den Sommermonaten besprühe ich zudem in unregelmäßigen Abständen immer mal die Pflanzen, bzw. das Substrat.

Vorteile dieser Bewässerungsmethode:
Kräftige Wurzeln
Langsame und gleichmäßige Durchfeuchtung des Substrats
Gleichmäßige leichte Bodenfeuchtigkeit in der Tiefe

Was ist bei dieser Bewässerungsmethode zu beachten?
Man muss zunächst ein Gefühl für die benötigte Wassermenge entwickeln.
Im Herbst muss die Bewässerung frühzeitig eingestellt werden, da das Substrat sehr lange braucht um vollständig zu trocknen.
Das Substrat sollte ausreichend Komponenten mit Speicherfähigkeit für Wasser enthalten.


Anstau klappt aber auch nur bei humushaltigem Substrat oder? Inwiefern klappt es bei reinem Bims z.B.?

Ich benutze ein mineralisches Substrat (Kieselgur, Zeolith, Vermiculit, Bims, Lava, Schiefer, Lehm, Kies, Sand etc.) und da klappt die Anstaubewässerung ausgezeichnet.

12

Mittwoch, 2. Mai 2012, 23:18

Vom Anstauen halte ich nichts, es kann sogar gefährlich sein wenn man es dauernd macht.

8) Begründung? Ich mache das seit dreißig Jahren, da will ich doch mal wissen, welcher Gefahr hab ich mich da bloß ausgesetzt?
Sukkulentenfieber ist eine schwere Krankheit! Wer sich infiziert hat, ist nicht zu retten!
Hauptsache, der frühe Vogel säuft nicht meinen Kaffee!!
Tom

13

Mittwoch, 2. Mai 2012, 23:18

Vom Anstauen halte ich nichts, es kann sogar gefährlich sein wenn man es dauernd macht.

Wie kommst du denn darauf, ich staue seit Jahren an und meinen Pflanzen geht es ausgezeichnet?

14

Mittwoch, 2. Mai 2012, 23:21

Man liest aber immer wieder, daß sich beim Anstauen mit der Zeit Salze bilden im Substrat.
Liebe Grüße, Gila

15

Mittwoch, 2. Mai 2012, 23:44

8) Und wenn, was ist daran schlecht?
In den Habitaten werden ebenfalls Salze an die Oberfläche gedrückt und durch Regen ausgewaschen. Diese werden von den Wurzeln aufgenommen und dem Stoffwechsel zugeführt. Wenn Du es mit der Düngung nicht übertreibst, kann es nur positiv sein.
Sukkulentenfieber ist eine schwere Krankheit! Wer sich infiziert hat, ist nicht zu retten!
Hauptsache, der frühe Vogel säuft nicht meinen Kaffee!!
Tom

16

Donnerstag, 3. Mai 2012, 01:27

Ich habe viele kleine Töpfe, die ich nicht wirklich einzeln gießen kann, also gieße ich mit einer Ballbrause von oben; da wird der Wasserstrahl nicht so stark, daß Substrat ausgeschwemmt wird, aber ich kann gezielt durchdringend gießen. Anstauen geht leider nicht, weil meine Blumenkästen leider nicht ganz in der Waage sind. Da würde nur die Hälfte Wasser abbekommen.
Alles Liebe
Sabel

17

Donnerstag, 3. Mai 2012, 08:29

*Hände reib* Endlich etwas wirklich Sinnvolles, das ich fachlich zum Forum beitrage :D

Also klappt es durchaus, daß das Substrat in feiner Körnung eine Kapillarwirkung entwickelt. Schon mal sehr gut zu wissen. Eigentlich hätte ich es mir denken können, da ja bereits meine Abdeckschicht aus Quarzkies das Wasser sehr breit verteilt.
Werde wohl beim nächsten Gießen auch mal anstauen. Grade die frisch eingetopften werden dadurch sicher profitieren.

LG
Liebe Grüße, Benni
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EyeEm.

18

Donnerstag, 3. Mai 2012, 14:41

Auf die ursprünglich an mich gerichteten Fragen brauche ich ja nun nicht mehr weiter einzugehen. Diese wurden im Verlaufe der Diskussion bereits an anderer Stelle erörtert, oder?
Nur kurz: Nein, ich habe nicht auf drei hochgesetzt!

Benni hat wohl den Kapillareffekt bei humosem Substrat unterschätzt... 8o

Kleines Zwischenfazit: Meiner bescheidenen Meinung nach ist die Bewässerungsmethode von Markus absolut vorbildlich und nachahmenswert! Wenn auch natürlich etwas aufwendiger.

Und übrigens: Durch mein durchdringendes Gießen bei den selbstkonstruierten Balkonkästen kommt es zusätzlich zu einem kleinen Anstauen, da durch die verhältnismäßig kleinen Abzugslöcher in den Balkonkästen die große Wassermenge (= Ablaufwasser aus den einzelnen Töpfen) nur langsam Ablaufen kann. Auf der anderen Seite sind aber diese Löcher groß genug, dass sich bei einem Starkregen mit ungünstigem Wind (Gewitter, etc.) kein Regenwasser in den Kästen stauen kann. Salze werden bei dieser Methode auch erfolgreich ausgeschwemmt (zumindest konnte ich bisher noch nie sichtbare Ablagerungen ausmachen).
"Man vermeide, wenn man sich schon mit Kakteen befassen will, jede Art von Humor und Toleranz." - Glossen-Autor aculeatus in der Stachelpost 1969


19

Donnerstag, 3. Mai 2012, 17:44

hi
ich mach es auch über das Stauen, hab aber bemerkt daß sich bei mir mit der Zeit auf dem Substrat (hauptsächlich auf dem Seramis)
weißes Zeug bildet. Was ist das???
Ich vermute es ist vielleicht Kalk (obwohl ich das Wasser vorher filtere), was kann ich dagegen tun??

20

Donnerstag, 3. Mai 2012, 19:44

Regenwasser verwenden. Ist sowieso das Einfachste und zugleich Beste für deine Pflanzen! Irgendwelche Möglichkeiten gibt es doch immer Regenwasser zu sammeln. Allerdings kann es sich bei den weißen Ablagerungen genau so gut auch um die bereits genannten Salze handeln. So oder so sind diese weißen Ablagerungen jetzt nichts Furchtbares, was sofort Handlungsbedarf erfordert aber ein gutes Zeichen sind sie mit Sicherheit auch nicht.
"Man vermeide, wenn man sich schon mit Kakteen befassen will, jede Art von Humor und Toleranz." - Glossen-Autor aculeatus in der Stachelpost 1969