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1

Samstag, 27. Dezember 2008, 13:43

Nie wieder Wurzelläuse

Größere Mengen Kieselgur oder Löss im Substrat verhindern Wurzellausbefall.

Kieselgur, (gereinigte und gebrannte Diatomeenerde) hat als Beigabe zum Substrat nicht nur ausgezeichnete Eigenschaften wie geringes Gewicht, Speicherfähigkeit für Wasser und Nährstoffe usw., sondern es wirkt zudem als ungiftiges Insektizid. Kieselgur absorbiert die Fettschicht auf der Haut der Insekten und beschleunigt damit den Wasserverlust rapide, wodurch die Wurzelläuse austrocknen. Verantwortlich sind dafür größtenteils die feinen Staubanteile. Kieselgur wird zwar dem Substrat hauptsächlich in den Korngrößen (0,5-1mm, 1-3mm, 3-6mm) zugesetzt, aber durch geringe mechanische Belastungen wird jedoch immer genügend staubfeiner Abrieb erzeugt. In den USA, Australien und tropischen Ländern hat Diatomeenerde zur Bekämpfung von Schädlingen inzwischen einige Bedeutung erlangt.

Bei Löss ist diese Wirkung auf das feinverteilte Schichtsilikat Montmorillonit zurückzuführen.

Anmerkung:
Durch die Verwendung von Kieselgur ist meine Sammlung seit vielen Jahren absolut frei von Wurzelläusen. Auch in der Sammlung von Edmund, der kein Kieselgur sondern Löss verwendet kommen nie Wurzelläuse vor.

2

Freitag, 30. Januar 2009, 20:49

Toller Tipp! :)

Ich werd mal schauen, wo man Kieselgur her bekommt (ich glaube, bei Haage gibt´s das nicht, aber vielleicht bei einem Pflanzenzubehörversand).

J.

...jetzt hab ich Kieselgur nachgegooglet. Ich denke, es ist nützlich, aber man muss sehr aufpassen, dass man es nicht einatmet (Lungenkrebsgefahr). Kieselerde aus der Drogerie enthält auch größtenteils Kieselgur, dort ist es sicherlich am einfachsten, es in kleiner Abfüllmenge zu beziehen.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Jada« (30. Januar 2009, 21:42)


3

Samstag, 31. Januar 2009, 00:01

Hallo Jada,

zur Herstellung von Substraten verwendet man normalerweise Kieselgur in den Körnungen 0,5 - 6 mm. Die von dir angesprochene Gefahr beim einatmen bezieht sich auf das zur Desinfektion verwendbaren Kieselgur-Puder.

Kieselgur zur Herstellung von Substraten ist bei Kakteen Schwarz erhältlich.

Dornenfan

unregistriert

4

Samstag, 31. Januar 2009, 09:41

Sehr interessanter Beitrag, Markus. Das werde ich auch mal testen. Nun noch eine Frage: Kann man auch im Nachhinein bei getopften Kakteen eine Schicht auftragen, oder ist es ein "muss", direkt beim topfen mit unterzumischen?

lG,
Dornenfan

5

Samstag, 31. Januar 2009, 15:58

Hallo,

ich glaube nicht dass es ausreicht eine dünne Schicht Kieselgur auf die Oberfläche des Topfes aufzutragen, um Wurzelläuse zu bekämpfen und dauerhaft los zu werden.

6

Samstag, 31. Januar 2009, 22:13

Guten Abend Markus,

... vielen Dank für deinen Schwarz - Link! :) Ich war mittlerweile etwas zu voreilig gewesen und hab mir Heilerde aus der Drogerie geholt (Es wird als Mittel zum Einnehmen gegen Sodbrennen verkauft)....
Aber das nächste Mal möchte ich es auf jeden Fall richtig machen und nehme dann lieber das gröbere Kieselgur von Schwarz. Jetzt bin ich am Überlegen, ob ich das Drogerie-Pulver überhaupt verwenden soll. Frage mich, ob es wieder "nachstauben" kann, wenn die Erde zu trocken wird. Oder ob die Kieselschicht oben auf den Töpfen das Stauben verhindert. Auf jeden Fall verwende ich das Zeug beim Umtopfen nur mit einer Feinstaubmaske. (Obwohl die meisten Sodbrennengeschädigten wohl nicht über die Gefahren nachdenken. ;) )

Jada.

7

Sonntag, 1. Februar 2009, 03:46

... vielen Dank für deinen Schwarz - Link! :) Ich war mittlerweile etwas zu voreilig gewesen und hab mir Heilerde aus der Drogerie geholt (Es wird als Mittel zum Einnehmen gegen Sodbrennen verkauft)....
Aber das nächste Mal möchte ich es auf jeden Fall richtig machen und nehme dann lieber das gröbere Kieselgur von Schwarz. Jetzt bin ich am Überlegen, ob ich das Drogerie-Pulver überhaupt verwenden soll. Frage mich, ob es wieder "nachstauben" kann, wenn die Erde zu trocken wird. Oder ob die Kieselschicht oben auf den Töpfen das Stauben verhindert. Auf jeden Fall verwende ich das Zeug beim Umtopfen nur mit einer Feinstaubmaske. (Obwohl die meisten Sodbrennengeschädigten wohl nicht über die Gefahren nachdenken. ;) )...


Zum einen sollte betont werden, dass sich Löss und Kieselgur in vorwiegend oder rein mineralischen Substraten ein wenig anders verhalten als in humosen Substraten.

Zum anderen sind Löss und Kieselgur durchaus nicht identisch. Löss (z.B. in Heilerde) ist ein äolisches Sediment und die Suspension in Wasser reagiert alkalisch. Daher kann Löss auch Magensäure (Salzsäure) neutralisieren. Bei Kieselgur handelt es sich dagegen um gebrannte Diatomeenerde. Die Suspension in Wasser reagiert leicht sauer.

Erfahrungsgemäss machen Feinbestandteile im Substrat den Wurzelläusen das Leben schwer. Die Tiere sind im Gegensatz zu den Wollläusen nur schwach bemehlt. Sie nehmen unfreiwillig ein Staubbad (Schlüsselbegriff: Lavaerde - von lat. lavare(waschen)) und verlieren ihre Schutzschicht, was zur Austrocknung führt oder auch andere Schäden vereursacht. Kieselgur wird als physikalisches Insektizid zur Saatbeizung verwendet und ist im Gegensatz zu den bedauerlicherweise ebenfalls zu diesem Zweck verwendeten Neonicotinoiden wesentlich unproblematischer.

Ausserdem wirken Löss und wahrscheinlich auch Kieselerde gegen Schimmelpilze. Ferner sind noch Aspekte der Nährstoffspeicherung zu beachten.

8

Sonntag, 1. Februar 2009, 16:13

Hi Edmund,

1 A Erläuterung der Thematik, besten Dank hierfür :thumbup:

Wie machst Du sowas um 3:46 Uhr ?(

Grüßle
Robby

ich liebe diese smilies hier

9

Sonntag, 1. Februar 2009, 16:19

8) Moin Edmund und Markus,

vielen Dank, dass Ihr diesen Excurs hier noch einmal gestartet habt. Nach dem letzten Mal im alten Forum bin ich total davon abgekommen, mir Kieselgur zu ordern, jetzt hat´s wieder klick gemacht. Danke.

ciao, Tom.
Sukkulentenfieber ist eine schwere Krankheit! Wer sich infiziert hat, ist nicht zu retten!
Hauptsache, der frühe Vogel säuft nicht meinen Kaffee!!
Tom

10

Sonntag, 1. Februar 2009, 17:02

Was mich wundert ist die Tatsache dass Kakteen Schwarz offenbar nach wie vor der einzige Lieferant ist der Kieselgur in dieser Form anbietet.

11

Sonntag, 1. Februar 2009, 22:26

Guten Abend zusammen,

@ Edmund. Kennst dich ja super aus! :) Vielen Dank für deine Erläuterungen, fand sie sehr informativ. Ich hab noch ein paar Fragen:

1. Wie stark verändert Löss, Heilerde den PH-Wert ins Alkalische?
2. Eignet es sich eher für mineralische Erde?
3. Sollte man es nur bei kalkliebenden Pflanzen wie z.B. Astrophytum verwenden und bei den anderen Sukkulenten, Kakteen lieber Kieselgur?
4. Wieviel würde man vom Löss überhaupt zum Substrat ca hinzugeben?
5. Ist Löss-Staub ähnlich problematisch beim Einatmen wie zu feine Kieselerde?
6. Wieviel Kieselgur kommt in Kakteenerde (z.B. von Haage) hinzu? Ein Eßlöffel vielleicht bei einem 9 cm-Topf?

Hoffe, ich frag dir nicht ein zu großes Loch in den Bauch. Aber ich würd mich sehr freuen, wenn dir etwas dazu einfällt. :)

Jada

12

Dienstag, 3. Februar 2009, 18:39


6. Wieviel Kieselgur kommt in Kakteenerde (z.B. von Haage) hinzu? Ein Eßlöffel vielleicht bei einem 9 cm-Topf?


Hallo Jada,

du kannst Kieselgur im Prinzip in beliebiger Menge zusetzen. Mein Substrat enthält einen Anteil von ca. 50% Kieselgur in verschiedenen Körnungen.

13

Dienstag, 3. Februar 2009, 22:06

... vielen Dank Markus für deine Antwort!
Gruß Jada

14

Sonntag, 15. Februar 2009, 17:03

Hallo,

bei KSKL beträgt der Lössanteil mindestens 50%. Der pH liegt zwischen 8 und 8,5.

Im Prinzip kann man dieses Substrat für alles verwenden. Die Pflanzen wachsen ein wenig langsam, was aber kein Nachteil sein muss. Im Gegenteil die langsam gezogenen Pflanzen sind stabiler. Wenn als Aussaatsubstrat verwendet, dann sollte man allerdings unter Kunstlicht durchkultivieren.

Es ist auch für humose Substrate geeigntet - Stichwort: Löss-Humus-Komplex.

Ich glaube nicht, dass Löss so problematisch ist, sonst dürfte man das Gebiet um den Kaiserstuhl nicht betreten und man könnte Löss nicht als Naturheilmittel in der Apotheke oder im Reformhaus kaufen. Auch Kieselgur, d.h. die Produkte, die man bei Schwartz erhält sind auch nicht so problematisch. Ein Raucher im Raum ist mit Sicherheit gefährlicher.

15

Sonntag, 15. Februar 2009, 22:13

Guten Abend Edmund,

Was ist KSKL? Und warum soll die Aussaat unter Kunstlicht durchkultiviert werden?

viele Grüße J.

16

Montag, 16. Februar 2009, 19:42

KSKL ist ein lösshaltiges Substrat von Adam Richard Schulzaus Freiburg. Die Sämlinge wachsen ziemlich langsam und je kleiner sie sind, desto grösser die Verluste.

Es muss übrigens Ton-Humus-Komplex und nicht Löss-Humus-Komplex heissen.

17

Dienstag, 17. Februar 2009, 20:09

vielen Dank für den Link!

J.

18

Mittwoch, 18. Februar 2009, 01:59

Herr Schulz beantwortet bereitwillig Fragen und ist eine bemerkenswerte Persönlichkeit. Hier ein Foto von KSKL.
»Edmund« hat folgendes Bild angehängt:
  • kskl.jpg

19

Donnerstag, 4. Juni 2009, 09:25

Kieselgur

Guten Morgen,

Ich hätte eine spezielle Frage zu Kieselgur!
Ist es auch möglich Caudexpflanzen in reinem Kieselgur ohne andere mineralische Substrate zu kultivieren. Da ja der ph-Wert etwas niedriger ist als bei Bims oder Lava, könnte ich mir vorstellen, dass bestimmte Pflanzen darin besser wachsen müssten? Ich denke speziell an madagassische Pachypodien bzw. Euphorbien. Gibt es da bereits Erfahrungswerte?
Gruß
Fredi

20

Donnerstag, 4. Juni 2009, 10:14

Hallo Fredi,

ich kann dir zwar keine Erfahrungswerte bezüglich reinem Kieselgur bieten, aber ich halte meine Pachypodien in einem humosen Substrat mit ca. 25% Kieselgur. Der Rest ist Blumenerde, Bims und Quarzkies. In dieser Mischung funktioniert es bei mir bestens, da die meisten Pachypodien doch relativ saures Substrat mögen.
Ich denke, dass reiner Kieselgur für die Kultur dieser Pflanzen etwas zu "mager" ist, da Pachypodien gerade in der Wachstumsphase doch recht viel Wasser und Nährstoffe brauchen. Im Gegensatz zu den Kakteen halte ich es nicht für sinnvoll, das Substrat zwischendurch immer wieder durchtrocknen zu lassen. (Gilt natürlich nur für Frühjahr und Sommer)

ciao
Stefan