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Dienstag, 28. August 2012, 22:28

Überwinterung meiner KuaS

Achtung! Hier kommt jetzt ein Hagel an Fragen :?: :?: :?:
Ich befass mich langsam mit Vorbereitungen und Fragen zur, für mich ersten korrekten, überwinterung meiner KuaS.
Das Problem ist schon mal, daß ich nicht wirklich optimale Möglichkeiten habe aber zumindest das Beste daraus machen will. Jede Art im Detail durchzufragen, würde den Rahmen sprengen, daher fass ich sie für meine Fragen in Gruppen zusammen.
Nun die Fragen zu:

1. Frostharte Kakteen (diverse Opuntia, Echinocereus und Escorbaria) im Pflanzkübel auf regengeschütztem Balkon.
Düngen hab ich bereits eingestellt, wie lange soll ich sie noch gießen, bzw. ab wann für die Winterruhe trocken halten?

2. Frostharte Agaven + div. Mittagsblumen im Pflanzkübel auf bedingt regengeschütztem Balkon.
Auch hier die Frage zum einstellen des gießens! Hier habe ich vor aus Vierkanthölzern und klaren Plastikplatten eine Art "Dach" zu bauen, da es hier etwas reinregnen bzw. schneien könnte - bringt das was?

3. Kakteen (Opuntia ficus-indica, Cleistocactus strausii, Stetsonia coryne, Polaskia chichipe, Echinopsis oxygona)
Diese möchte ich im Keller, trocken überwintern. Leider habe ich nur ein kleines Kellerfenster mit sehr wenig Licht!?
Wann bring ich diese in den Keller und wie lange - auch hier - wann ist das Gießen einzustellen? Direkt vom Balkon aus oder sollen sie noch eine gewisse Zeit warm auf dem Fensterbrett kultiviert werden, wenn es draußen bereits zu kalt ist?

4. Die anderen Sukkulenten (hier frag ich speziell nur nach einigen wenigen, da mir bei den meisten anderen nichts anderes übrig bleibt, als sie mit wenig Wasser und soviel Licht wie möglich durchzukultivieren, z.B. Hoodia und diverse Euphorbien.)
Möglichkeiten für den Winter sind besagter Keller, ein Fensterbrett im warmen Zimmer und ein Fensterbrett im etwas kühleren Zimmer.
Bei folgenden hätte ich gerne Tips zur Winterruhe nach meinen Möglichkeiten:
Dioscorea elephantipes, Pachypodium saundersii, Raphionacme burkei, Euphorbia stellata und Pachypodium succulentum.

5. Aussaaten "andere Sukkulenten".
Vor hab ich auch diese im etwas kühleren Raum am Fenster mit gelegentlichen Wassergaben mehr oder weniger durchzukultivieren - kann ich so vorgehen?

Also jedem der bis hierher gelesen hat schon mal Danke und ich bin auch für einzelne Tips und Antworten dankbar.

Gruß
Jürgen

2

Dienstag, 28. August 2012, 22:51

1.Ich bin zwar nicht der Frosthart-Experte, aber wenn ich bei Annäherung der ersten Fröste einräume, so stehen meine Pflanzen dann schon mindestens vier Wochen trocken, so würde ich auch bei den Frostharten vorgehen.
2. Siehe 1., Abdeckung auf jeden Fall!
3. Gießen einstellen gilt für alle Pflanzen ab vier Wochen vor dem Einräumen, da das Substrat dafür absolut trocken sein muß! Licht ist kein Überwinterungsfaktor! Viele meinen dies, ist aber falsch, da Licht nur für die Photosynthese und damit auch für den Stoffwechsel gebraucht wird, dieser findet aber in der Winterruhe nicht statt! Viel wichtiger ist die niedrige Temperatur, denn nur diese stellt den Stoffwechsel ein! Zudem dient die niedrige Temperatur auch als "Blühinduktion".
4.Wärmeres Zimmer für Pflanzen, deren natürlicher Standort Temperaturen unter 15 Grad nicht kennt. Kühleres Zimmer für alle Pflanzen, denen der "kalte" Keller zu kühl ist und das warme Zimmer zu warm. Im warmen Zimmer einmal im Monat den Untersetzer füllen, nie öfter! Im kühlen Zimmer nicht giessen.
5.Durchkultivieren nur im wärmeren Zimmer! Sonst faulen dir die Sämlinge weg, da sie kühl keinen Stoffwechsel durchführen, siehe oben! Beim Durchkultivieren immer den hellsten Standort bieten, da sonst Geilwuchs!
Sukkulentenfieber ist eine schwere Krankheit! Wer sich infiziert hat, ist nicht zu retten!
Hauptsache, der frühe Vogel säuft nicht meinen Kaffee!!
Tom

3

Dienstag, 28. August 2012, 23:01

Danke Thomas,
also kann ich's in etwa so machen wie vorgehabt. Mit dem Keller war ich mir wegen dem wenigen Licht am unsichersten. Aber was du sagst klingt logisch.
Nur noch eines, wann sollten die Pflanzen in den Keller - Oktober bis März?

Danke noch mal
Jürgen

4

Dienstag, 28. August 2012, 23:17

Also, ich gehe wie folgt vor;
bei uns, LK Stade, erscheinen die ersten Fröste so Ende Oktober-Anfang November. Ich stelle das Gießen also Mitte-Ende September ein, ja nach Temperatur. Ist der September noch sehr warm, was durchaus schon vorkam, so wird auch noch "Regen" zugelassen. Aber, wenig!
Ist der erste Frost vorbei, räume ich ein, es sei denn, es ist eine noch recht milde Periode vorhergesagt, dann warte ich bis die nächsten Fröste kommen. Ein bis drei leichte Fröste können unsere Pflanzen gut vertragen, wenn diese nicht am Stück erscheinen und wenn diese Pflanzen unter 10 Grad überhaupt vertragen. Alle Pflanzen, die dies nicht können, sind kurz vor Erreichen dieser Temperaturgrenze nach unten, einzuräumen in den "Warmraum"!
Ein grober Anhalt für mich ist Mitte Oktober bis Mitte März, ja.
Ausräumen, wenn die Tagestemperaturen dauerhaft über 10 Grad liegen und nachts nicht unter 5 Grad fallen, bei den "Warmen" dem entsprechend höher.
Sukkulentenfieber ist eine schwere Krankheit! Wer sich infiziert hat, ist nicht zu retten!
Hauptsache, der frühe Vogel säuft nicht meinen Kaffee!!
Tom

5

Mittwoch, 29. August 2012, 00:26

Raphionacme burkei zieht ein im Winter, die Knolle stelle ich bei mind. 14 Grad irgendwo finster (In letzter Reihe halt..) ab und vergesse sie bis zum Neuaustrieb, erst dann gieße ich wieder.
Alles Liebe
Sabel

6

Mittwoch, 29. August 2012, 06:20

Und wieder mal ein herzliches Danke an euch :D
So früh am Morgen und schon wieder was gelernt ;)

Gruß
Jürgen

7

Mittwoch, 29. August 2012, 10:40

Da wurde ja im Prinzip bereits das Wichtigste gesagt. Insofern habe ich hierzu kaum mehr was mitzuteilen... ;)

Vielleicht findest du hier noch eine für dich brauchbare Anregung? Winterpflege für meine Pflänzchen

Ansonsten rate ich dir ab sowohl das Einstellen des Gießens wie auch das Einräumen ins Winterquartier von einem festen Datum abhängig zu machen! Mach es nach Bauchgefühl und vor allem wetterbedingt! Wenn deine Pflänzchen im Herbst noch lange trocken draußen stehen so ist das die beste und gesündeste Abhärtung vor dem harten, gefährlichen Winter...

Ich habe hierzu übrigens so ein Holzregal wo sie noch etwas Sonne abbekommen und wenn dann plötzliche Nachtfröste im Anmarsch sind, dann werden schnell Wolldecken davor gehängt. Hat sich bewährt! So kann ich das finale Einräumen ins kalte Treppenhaus noch sehr lange hinauszögern. Könntest du auf deinem Balkon eine Ähnliche Lösung für die nicht Frostharten etablieren oder scheitert es am Platz? Wahrscheinlich letzteres, oder?

Dann drücke ich dir jetzt schonmal ganz fest die Daumen für eine erfolgreiche Überwinterung mit möglichst wenig Verlusten!
"Man vermeide, wenn man sich schon mit Kakteen befassen will, jede Art von Humor und Toleranz." - Glossen-Autor aculeatus in der Stachelpost 1969


8

Mittwoch, 29. August 2012, 11:05

Hi Matthias,
richtig ... der Platz! Aber da es ja bei mir nicht so viele "nicht Frostharte" auf dem Balkon sind, räum ich die in der Zeit halt einfach auf die Fensterbank.
Die Fenster im Treppenhaus wenn ich nutzen könnte, wäre super! Bei 4 Stockwerken und großen Fenstern könnte ich alles unterbringen ... aber da ist der Ärger mit Nachbarn, Hausmeister und Putzfrau vorprogramiert.
Eine letzte Frage noch ... ehrlich!
Die Pflanzen, die bei mir im Sommer in der Wohnung stehen (Platz!), denen ich aber auch eine Kellerruhe gönnen möchte, wann sollte ich die in den Keller bringen, hier spielt ja der Frost keine Rolle! Wäre da eine kühle Ruhepause zwischen Anfang November und Ende März ausreichend?

Gruß und Danke auch Dir
Jürgen

9

Mittwoch, 29. August 2012, 12:03

Die letzte Frage ist eine gute Frage...! Warum da nicht etwas die Ruhezeit verkürzen und erst Ende November ins Winterquartier und dann Anfang März wieder hoch in die Wohnung holen? Aber auch hier solltest du darauf achten, dass du die Pflanzen langsam auf die Winterruhe vorbereitest. Warum sage ich dir das? Dir ist das wohl sowieso klar. In der gewonnenen "Wohnungszeit" werden sie dann mit Sicherheit nicht vergeilen.

Hast du schonmal mit Putzfrau, Hausmeister und Nachbarn geredet? Mal ehrlich: Wenn du der Putzfrau mitteilst, dass du dich dann um die blockierten Fenster samt deren Bänke kümmerst, wird sie mit Sicherheit nichts dagegen haben. Den Nachbarn verkaufst du es positiv, denn schließlich dürfen sie sich dann auch am Anblick deiner Schätze erfreuen. Dem Hausmeister ist es dann sicher egal, wenn die anderen nichts dagegen haben. Wichtig ist, dass kein Fluchtweg blockiert ist und die Fenster zumindest gekippt werden können!
Das ist jetzt auch völlig ernst gemeint! Einfach mal reden... Oder bist du so unten durch in dem Haus, dass da nix geht? ;) Ich finde einen Versuch ist es allemal wert und evtl. war´s ja dann auch eine prima Investition in die Zukunft.
"Man vermeide, wenn man sich schon mit Kakteen befassen will, jede Art von Humor und Toleranz." - Glossen-Autor aculeatus in der Stachelpost 1969


10

Mittwoch, 29. August 2012, 14:24

Na im Prinzip hast du schon recht und ich hab sicher auch kein Problem mit den Leuten zu reden. Aber bei 16 Parteien in einem Haus ist das fast sinnlos. Ich selber hab bisher auch mit keinem Probleme gehabt aber wenn ich mir Nachmittags schon die ausgehängten Zettel am Eingang ansehe ... Aktuell gerade "Schuhe vor den Türen" oder "Kinderwägen vor den Briefkästen".
Aber mit ein paar Nachbarn komm ich hin und wieder ins Gespräch, da werd ich's mal ansprechen. Die meisten kennt man kaum, alles recht annonym. Da mußte ich mich auch erst mal dran gewöhnen ... komm ja eigentlich sozusagen vom "Lande".

Gruß
Jürgen

11

Mittwoch, 29. August 2012, 21:25

Die meisten kennt man kaum, alles recht annonym. Da mußte ich mich auch erst mal dran gewöhnen ... komm ja eigentlich sozusagen vom "Lande"

Das kenne ich doch aus meiner Zeit in der Großstadt... Bin schon froh wieder auf dem Land zu leben! 8o

Hol dir als erstes die Erlaubnis von der Putzfrau, die hat am meisten Einfluss! Mit der sollte man es sich in so einem Mietshaus nie verscherzen! Dann eben von ein paar Nachbarn und am Schluss den Hausmeister vor vollendete Tatsachen stellen. Wenn die Putzfrau zugesagt hat, wird der nicht intervenieren. Aber bitte keine Schuhe vor die Tür stellen - sonst wird das alles nix!
"Man vermeide, wenn man sich schon mit Kakteen befassen will, jede Art von Humor und Toleranz." - Glossen-Autor aculeatus in der Stachelpost 1969


12

Mittwoch, 29. August 2012, 21:37

Aber bitte keine Schuhe vor die Tür stellen - sonst wird das alles nix!

Gut ... du kennst mich nicht!!!
Denn möglicherweise wäre genau das die ultimative Lösung!
Meine Schuhe vor der Tür ;( und der Flur wird höchstwarscheinlich zum Sperrgebiet, wobei den dann ohnehin keine mehr freiwillig ohne Gasmaske betritt, und er gehört mir und meinen KuaS :thumbup:

... O.K. ... Ich red mal mit der Putzfrau!

Gruß
Jürgen

13

Mittwoch, 29. August 2012, 21:54

... O.K. ... Ich red mal mit der Putzfrau!

Aber dann vorher bitte Füße waschen!
"Man vermeide, wenn man sich schon mit Kakteen befassen will, jede Art von Humor und Toleranz." - Glossen-Autor aculeatus in der Stachelpost 1969