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Montag, 13. August 2018, 12:58

Erdmischung für Dorstenia gigas Keimlinge

Hallo an alle Sukkulentenliebhaber,
ich habe vor geraumer Zeit Dorstenia gigas und Adenium obesum Samen in normaler Anzuchterde ausgesät. Adenium und Dorstenia gigas sind zuverlässig gekeimt. Die Dorstenia gigas Keimbox hatte ich bei ca 38 Grad Celsius und gut feucht unter eine Pflanzenlampe gehängt. Immerhin sind von den 10 Samen, die ich gesät habe, 8 gekeimt. Eigentlich wollte ich nur 2 aber jetzt sinds halt 8. Ich habe mich an eine Empfehlung gehalten bis 38 Grad zu wärmen, hat gut geklappt. Einige Pflanzen haben immerhin schon ca 10cm.
Viele verwenden ja auch einfach nur Kakteenerde vom Baumarkt. Ich habe diverse eigene Mischungen ausprobiert, weil ich mir durch bessere Durchlässigkeit das Kontrollieren meines Gießverhaltens bei normaler Kakteeenerde ersparen wollte.

Meine Mischung für Dorstenia gigas ist:

- Travertin Hartkalk habe ich wg Dorstenia drin (wächst auf Kalkfelsen, Socotra)
- Granitgruss
- Lavasplit
---Blähton Bruch
- Kiryu 5-10mm
- Akadama Rest in 2-5mm
---- Quarzsand
- Flußkies klein
---- Lößlehm
- Kokohum
- Pinienrinde
plus Resteverwertung:
- Kakteenerde und Caudexerde Mischung rein mineralisch ein Rest von Kakteen Haage
- Seramis kleiner Rest
- Gesteinsmehl ein kleiner Rest

Da drin wachsen die gut. Ich wollte jetzt in finale Töpfe umsetzen und die Mischung nochmal überdenken, weil, die sollen ja darin sehr lange wachsen. Was ich suche ist eine Mischung mit guter Durchlässigkeit, langem Nährstoffgehalt und strukturstabil und die Pflanzen sollen es darin am besten jahrelang aushalten.
Wer weiß da was?
Grüße

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Montag, 13. August 2018, 16:40

Hallo Caudiciforme,

zu einer speziell auf Dorstenia zugeschnittenen Substratzusammensetzung kann ich nichts sagen, doch die von dir gewählten Komponenten scheinen mir geeignet zu sein.

Ein grundsätzlich sehr gut geeigneter Zuschlagstoff ist Bims, den du eventuell in diversen Körnungen zugeben könntest. Ebenso geeignet ist auch Kieslgur, das ebenfalls in diversen Körnungen erhältlich ist.

...langem Nährstoffgehalt
Der Nährstoffgehalt des Substrates ist ver­nach­läs­sig­bar, da man die Nähstoffe jederzeit mit entsprechenden Düngergaben zuführen kann.
Wenn die Pflanzen möglichst lange im Substrat verbleiben sollen, ist es ratsam den pH-Wert zu messen, bzw. bereits bei den jeweiligen Zuschlagstoffen darauf zu achten. So reagiert z. B. Kieselgur leicht sauer, während Bims je nach Herkunft leicht sauer, aber auch leicht alkalisch reagieren kann. Lava hat in der Regel einen sehr hohen (alkalisch) pH-Wert.

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Montag, 13. August 2018, 18:02

Danke Markus

Danke für den Hinweis. Ja Bims habe ich auch. Davon könnte ich etwas verwenden.
An etwas Holzkohle für Pflanzen habe ich auch gedacht. Ich verspreche mir davon einen Effekt gegen Wurzelfäule sollte das einmal wider Erwarten durch einen Umstandsverkettung eintreten (z.b. ein bisschen zuviel gegossen - Wetter schwenkt danach um zu Regen und Kälte - Sonne weg - Luftfeuchte außerhalb steigt an - dadurch höhere Feuchtigkeit im Raum - Das alles kurz vor dem Herbst / Winter - man hat nicht auf die zu lange Feuchte geachtet, weil man beruflich unterwegs war - Heizung noch nicht an etc. etc. so ähnlich könnte sowas ablaufen )
Gute Erfahrungen habe ich mit Lößlehmpulver gemacht. Zumindest folgere ich, daß Pflanzen das besonders mögen. Wo ich signifikante Mengen einsetzte, konnte ich ein gutes Wachstum sehen. Ich habe eine Spezialerde für einen kleinen Eulophia petersii Ableger damit versetzt und das hat einen Wachstumschub gegeben. E.petersii ist eine "xerophytische" Bordenorchidee, die wie Sukkulenten / Kakteen wächst und Wasser "hasst" wie der Teufel das Weihwasser, so wie es Werner Fibeck in seinem Artikel beschreibt.
Aber durch meine trockene E.petersii Haltung und dem warmen Topf ist es nicht möglich, daß der mit anderen Zusatzstoffen aufgelockerte Löß die Erde verbackt und das Wasser zu lange hält. Die Wärme führt zu einem schnelleren Trocknen. In einer kühleren Ruhezeit gebe ich praktisch kein Wasser, weil der Lehm die Feuchtigkeit gegen Austrocknen verteidigt. Dies wohl eher durch Verdichtung als durch Wasser-Speicherung. Ca ein Schnapsglas jeden Monat oder besser in den Untersetzer.
Man muß beim Mischen aufpassen, daß man eine brauchbare Menge Lößlehmpulver verwendet und nicht zu viel, sonst verklebt der Boden nach dem Gießen und wenns trocken wird, wird das Ganze hart.
Adenium mag den Löß auch.

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Montag, 13. August 2018, 21:49

Hallo,

D.gigas ist ziemlich anspruchlos, was das Substrat angeht. Meine stehen in einer kunterbunten Restemischung (Bims, Blähtonbruch, Katzenstreu und Gartenerde).
Mit Wurzelfäulnis hatte ich bei denen noch nie Probleme. Im Sommer stehen sie bei mir draussen und werden sehr häufig durchdringend gegossen. Ich dünge sehr selten, die wachsen sonst zu schnell...

Einfach mal machen, das wird schon!
Hast ja notfalls reichlich Back-Up Pflanzen.

Gruß
Marco

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Dienstag, 14. August 2018, 09:56

Ich hänge mal meine Frage hier mit ran.
Ich habe im Juli einen unbewurzelten Steckling von D. gigas bekommen. Ist es eigentlich normal, dass die so schwer zu bewurzeln ist,denn so richtig ist seitdem noch nichts passiert.
»Franky« hat folgende Bilder angehängt:
  • K640_IMG_0627.JPG
  • K640_IMG_0629.JPG

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Dienstag, 14. August 2018, 11:15

Danke Marco, ich werde mal die Mischung so machen, wie ich es hier beschrieben habe.

Jetzt eine Meldung an Franky zur Bewurzelung. Ich habe noch keine D.gigas bewurzelt ich habe Samen gezogen. Ich glaube, viele wissen besser wie das geht. Ich habe bisher zur Bewurzelung von Sukkulenten reinen gewaschenen Sand verwendet. Etwa Bausandkorngröße, keinen feinen Quarzsand. Steckling rein, den Topf ins Warme stellen und in die Sonne, wenn der Steckling so groß und dick ist, daß er nicht weggetrocknet werden kann. Wenn er kleiner ist, halt unter gutes sehr helles Licht. Mit hell meine ich ca 30.000 Lux. Mit gut meine ich ein breites Spektrum von 380 bis 750 nm, weil bei Lampen, auch LEDs, muß man da aufpassen, manche haben sehr isolierte Peaks, die Pflanzen eher durcheinander bringen als belichten. Den Sand kann man auch sehr gut dosiert feucht halten. Am besten funktioniert immer noch natürliches Licht selbst das vom Fensterbrett. Also reiner gewaschener Sand hat bei mir gut funktioniert.
Wenn Du nur einen Steckling hast, ist das ein einmaliges Experiment. Sonst gäbe es auch andere Methoden, die man testen könnte.

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Dienstag, 14. August 2018, 12:16

Ich habe ihn in eine Mischung aus Vulkatec und Perlite gesteckt...ich gebe ihm einfach noch mehr Zeit.

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Mittwoch, 15. August 2018, 14:32

Bewurzeln ist schwierig. Frisch geschnittene Stecklinge sind bei mir noch nie etwas geworden.
Problematisch ist, dass die relativ schnell austrocknen.
Versiegeln der Schnittstelle und Bewurzlungshormone sollen helfen.

Gruß
Marco

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Mittwoch, 15. August 2018, 18:16

Da die D. gigas ja schweineteuer ist habe ich mir aus Reunion einen unbewurzelten Steckling mitschicken lassen. Nun lass ich mich überraschen, ob es was wird. Vielleicht ergatter ich mal ein schon bewurzeltes kleines Stück bei Ebay oder so...(die Hoffnung stirbt zuletzt) :D

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Montag, 20. August 2018, 11:55

Also ich will wirklich nicht vorschnell jubeln,aber wenn ich mir das Bild vom 14. August anschaue,und dann das von heute...
»Franky« hat folgendes Bild angehängt:
  • K640_IMG_0631.JPG

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Montag, 20. August 2018, 15:25

Noch mal eine Meldung zu Franky,
ich habe die Samen von D.gigas in einfache Anzuchterde gesät mit einem belüfteten Deckel drauf. Die Luftfeuchte war hoch. Tagsüber ist die Temperatur bis ca 38 Grad Celsius gestiegen und nachts 27-28 Grad. Die Erde habe ich sehr gut feucht gehalten, aber nicht nass. Das ging flott mit der Keimung. Dann hatte ich die Pflanzen in meine obige Mischung in einen kleinen Topf umgesetzt. Dann standen sie bei ca 34 Grad Celsius (nachts bis 27 Grad) und deshalb musste ich täglich einmal Wasser in die kleinen Töpfe geben. Immer soviel bis es unten raustropfte. Nach einem Tag ohne Gießen war die Erde stets komplett trocken. Das habe ich bemerkt, als ich sie zwischengetopft habe und die Erde aus dem Topf nahm. Ich habe gute Erfahrungen mit den höheren Temperaturen bei D.gigas gemacht. Adenium keimte ebenfalls gut und schnell. Ich gehe davon aus Du hast aus Reunion Samen von D.gigas zusammen mit dem Steckling erhalten. Wenn Du ein paar davon nimmst und die bei hohen Temperaturen keimst und starten lässt dann hast Du schnell ansehnliche Pflanzen.

Allerdings habe ich den Eindruck daß die beim Blättertreiben erstmal ruhig gela :whistling: ssen werden sollten. Ich habe nach der Zwischentopfung bei 5 von 8 einen Blattverlust gehabt. Bei dreien nicht. Die wuchsen weiter und sind jetzt größer. Die anderen 5 haben schnell wieder winzige Blätter gebildet und haben jetzt wieder Blätter in ca halber bis ganzer Größe. Die 5 sind aber jetzt kleiner als die 3, die durchgewachsen sind.

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Montag, 20. August 2018, 15:49

Ich habe nur einen unbewurzelten Steckling (keine Samen) bekommen. Das war wohl so Anfang Juli. Seitdem steckt er in Vulcatec plus Perlite-Mischung und nun sieht es mir fast so aus als ob doch langsam Neuaustrieb zu verzeichnen wäre. Also ich habe nun nicht extra ausgebuddelt um nachzuschauen...aber ich drücke natürlich die Daumen.

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Mittwoch, 29. August 2018, 09:24

Ein aktuelle Bild von heute. Wie gesagt habe ich die Pflanze immer noch nicht ausgebuddelt um nachzuschauen,aber ich glaube man kann nun deutlich den Neuaustrieb erkennen.
»Franky« hat folgendes Bild angehängt:
  • K640_IMG_0637.JPG

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Mittwoch, 29. August 2018, 11:14

Glückwunsch! :thumbup:

Wenn ich auch mal kurz dazu senfen darf: Im Frühling bekam ich von Marco freundlicherweise eine Ladung kleiner Dorstenien. Diese kamen bei mir in mein mineralisches Kakteensubstrat mit rund einem Drittel Humuszusatz. Manche der Kleinen hatten auch kaum Wurzeln, aber alle kamen sofort in die Gänge und gedeihen bisher wunderbar. Eine großzügige Wasserversorgung bei Hitze ist wohl wichtiger als das Substrat. Sogar die pralle Mittagssonne wird so bestens vertragen.

Vor Jahren hat sich eine Dorstenia hildebrandtii selbst in einem Orchideentopf ausgesät und selbst der ging es im luftig-groben Epiphytensubstrat bestens und sie hat ohne Winterruhe das gesamte Jahr über durchgeblüht:


In der Sukkulentensammlung Zürich hat so eine Selbstaussaat eine Dorstenia im "Epiphyten und Karnivorenhaus" vollbracht und ist dort auf einem dauerfeuchten Lavabrocken ohne jeglichen nennenswerten Substratzusatz gelandet. Auch dieser Dorstenia scheint es dort nicht sonderlich schlecht zu ergehen:


Daraus schließe ich mal, dass Dorstenien keine sonderlich großen Ansprüche an ihr Substrat stellen - wobei diese Aussage für Sämlinge, welche erst bewurzelt werden müssen, natürlich mit etwas Vorsicht zu genießen ist. Jedenfalls würde ich diesen Bewurzelungsversuch nicht in einem handelsüblichen Orchideensubstrat oder auf einem Lavabrocken vollziehen.
Auch für artspezifische Sonderwünsche möchte ich keine Garantie geben.

Gutes Gelingen weiterhin!
"Man vermeide, wenn man sich schon mit Kakteen befassen will, jede Art von Humor und Toleranz." - Glossen-Autor aculeatus in der Stachelpost 1969


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Mittwoch, 12. September 2018, 12:35

Aktueller Stand von heute...entwickelt sich gut.
»Franky« hat folgendes Bild angehängt:
  • K640_IMG_0655.JPG

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Donnerstag, 1. November 2018, 03:09

Ja das kann ich nun bestätigen. Dorstenia gigas, die scheinen recht robust zu sein.

Meine in Anzuchterde gekeimten Dorstenia gigas entwickeln sich gut. Die obige mineralische Mischung scheint zu funktionieren. Kann sein, daß das Substrat eher eine untergeordnete Rolle spielt. Ich lege persönlich Wert darauf, daß Wasser sich nicht lange im Substrat hält. Ich habe schlechte Erfahrungen mit Substrat, welches lange feucht ev. sogar nass bleiben könnte. Aber Dorstenia gigas scheinen recht robust zu sein. Ich habe gut durchlässige Töpfe und den Fehler gemacht, daß ich aus Versehen einen für meine Sumpfpflanzen extra geschlossenen Topf verwendete. Ich dachte es wäre der für Sukkulenten. Ca 4 Wochen, ev. sogar 6Wo stand eine Dorstenia gigas im Wasser. Wegen dem Lavaschütt auf der Oberfläche bemerkte ich das gar nicht. Als ich das sah, habe ich die aus dem Sumpf gezogen und neu in den durchlässigen Topf getopft. Hat die vertragen und wächst weiter.

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