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Montag, 9. Oktober 2017, 09:36

Kaktus fault? Stück für Stück

Hi Leute,
ich habe euch auf google gefunden und denke hier bin ich mit meinem Problem ziemlich richtig. Habe die anderen Beiträge durchsucht finde aber nichts was genau auf meinen Fall zutrifft bzw. ich kann nicht richtig sagen ob bei mir nur Fäule das Problem ist oder was anderes.
Wir haben im August einen sehr schönen Kaktus geschenkt bekommen. Wir haben ihn in die Küche gestellt (denke das war auch ein Problem).
Zunächst sah alles gut aus, (denke ich), weil an jedem "Ast" kleine grüne Spitzen ausgesprossen sind (sieht man jetzt auch auf den Fotos noch).
Dann ist irgendwann eine dieser Spitzen abgebrochen und das Dilemma begann. Genau dieser Ast wurde von der Spitze her dunkel und weich, ziemlich matschig sogar. Ich dachte ich breche ihn am Ansatz zum Hauptstamm einfach ab, da war er nämlich noch fest. Ich dachte damit wäre es erledigt. Aber dann ist ein weiterer Ast auch weich geworden. Diesen habe ich dann mit einem Messer im "harten" Bereich einmal abgeschnitten. Alles war grün und am Anfang begann dieser Teil einfach fest "zu trocknen". Schon eine Woche später ist aber der ganze Teil komplett matschig geworden und auch den Hauptstamm hat es erwischt.
Ich habe dann im Internet nach gelesen, dass es Wurzelfäule gibt. Habe also mal einen Teil der Wurzeln frei gelegt und gehofft dass es nicht auf den Rest der Pflanze übergeht. Die Wurzeln waren waren meiner Meinung nach trocken und nicht faulig.

Jetzt ist diese "Fäule" aber auf den zweiten "Hauptstamm" übergesprungen und ich weiss nicht wie ich diesen Prozess stoppen kann.
Sollte ich die Wuzeln ganz frei legen. Gegossen wurde der Kaktus jetzt schon 3 Wochen nicht. Unten sind Abflusslöcher, wobei ich ihn kaum gegossen habe und nie so, dass etwas unten raus gelaufen wäre.

Würde mich über Tips freuen, bevor mir der ganze Kaktus kaputt geht :S ...
Matthias
»Guybrush« hat folgende Bilder angehängt:
  • comp_30597610re.jpg
  • comp_30597609px.jpg
  • comp_30597611zo.jpg

2

Montag, 9. Oktober 2017, 10:40

Hallo Matthias,

herzlich Willkommen hier im Forum!

Vorweg: Dein Kaktus ist gar kein Kaktus. Noch nichtmal annähernd mit einem Kaktus verwandt. Ähnliche Lebensumstände können ähnliches Aussehen bedingen --> Konvergenzerscheinungen bei Sukkulenten Letztendlich ist deine Euphorbia mit einem Kaktus weniger verwandt, als wir mit einer Beutelratte. ;)

Deine Euphorbia hat sich offenbar durch die Wunde nach dem Abbrechen der Spitz einen Infekt eingefangen, welcher sich durch die Leitbündel in der Pflanze ausgebreitet hat. Nun kannst du nur hoffen, dass die Infektion nicht bereits in der gesamten Pflanze unterwegs ist. An den dünnen, hellen Triebspitzen lässt sich leicht erkennen, dass deine Euphorbia viel zu dunkel steht! So ein Geilwuchs schwächt die Pflanze und Infektionen haben leichtes Spiel. Sukkulente Pflanzen sind in der Regel Sonnenanbeter und benötigen ein absolutes Maximum an verfügbarem Sonnenlicht für ein gesundes Wachstum!

Nun kannst du nur versuchen einen gesunden Trieb zu retten, wenn du alles infizierte abschnippelst. Nach einem Schnitt ist die Infektion leicht über dunkle Verfärbungen in den Leitbündeln zu erkennen - aber Vorsicht mit dem austretenden Milchsaft, dieser ist giftig! Keinesfalls in die Augen o.ä. bringen!
Immer darauf achten, dass die Leitbündel keinerlei dunkle Verfärbung haben und falls nochwas verfärbt ist, dann einen neuen Schnitt weiter oben und nach jedem Schnitt natürlich das Messer desinfizieren, damit du die Infektion nicht ins gesunde Gewebe bringst.
Danach Bewurzeln und fertig - wobei die jetzt anstehende Winterruhe natürlich nicht der richtige Zeitpunkt für eine Bewurzelung ist. Am besten nach rund zwei Wochen trocknen lassen in überwiegend mineralisches Substrat stecken und dann über den gesamten Winter maximal gelegentlich etwas einsprühen.

Wenn die Euphorbia dann man bewurzelt in mineralischem Substrat steht, dann kannst du übrigens immer gießen, wenn das Substrat vollkommen trocken ist. Dann aber auch richtig, dass das Wasser unten zu den Abzugslöchern rauskommt und keine Minischlückchen.
Im Winter dann kühler und nahezu trocken halten.

Viel Erfolg und noch jede Menge Freude hier im Forum!

Shamrock (aka Matthias)
"Man vermeide, wenn man sich schon mit Kakteen befassen will, jede Art von Humor und Toleranz." - Glossen-Autor aculeatus in der Stachelpost 1969

3

Dienstag, 10. Oktober 2017, 09:26

Hi,
super, echt vielen Dank. Also ich habe jetzt einfach nochmals den ganzen Haupttrieb tief abgetrennt. Die abgeschnittene Stelle war weiß.
Jetzt habe ich noch einen großen Stamm mit den Seitentrieben. Soll ich davon schon einen abtrennen, oder meinst du ich kann versuchen, diesen Stamm wieder einzutopfen und zu hoffen, dass er überlebt?

Grüße

Matthias

4

Dienstag, 10. Oktober 2017, 11:03

Die abgeschnittene Stelle war weiß.
Weiß ist natürlich relativ... Das war dann hoffentlich nicht der Milchsaft. Evtl. musst du diesen sogar (mit warmen Wasser) abwaschen, um auch wirklich die Leitbündel zu sehen. Ist jetzt zwar keine Euphorbia, aber das Prinzip ist ähnlich:


Wenn da solche oder ähnliche Verfärbungen sind, dann steckt die Infektion noch drin und alles ist für die Katz. Alles was ohne jegliche Verfärbungen ist, kannst du erfolgreich bewurzeln.
"Man vermeide, wenn man sich schon mit Kakteen befassen will, jede Art von Humor und Toleranz." - Glossen-Autor aculeatus in der Stachelpost 1969

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