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1

Donnerstag, 4. Mai 2017, 21:34

Kugelkakteen, welche zu Säulen mutieren

Hallo allerseits!

Das man bei entsprechend abartiger Kultur jeden Kugelkaktus zum Cereus mutieren lassen kann, ist wohl hinlänglich bekannt. Hier mal ein paar altbekannte aber dafür umso erschreckendere Beispiele, welche mir irgendwann mal über den Weg gelaufen sind.
Sulcorebutia rauschii:


Notocactus (magnificus? Auch wenn da sicher nix mehr magnificent ist). Erinnert vom Habitus schon eher an Stephanocereus luetzelburgii:


Und der Oberkracher wollte mal ein ordinärer Schwiegermutterstuhl werden. So ist es halt ein Echinocereus grusonii geworden:


Dabei hatten die letzten beiden Exemplare sogar einen Fensterplatz. Allerdings Ostseite in einem dunklen Treppenhaus mit dickem Baum davor. Fensterplatz allein reicht halt für die allermeisten Kakteen nicht.
"Man vermeide, wenn man sich schon mit Kakteen befassen will, jede Art von Humor und Toleranz." - Glossen-Autor aculeatus in der Stachelpost 1969


2

Donnerstag, 4. Mai 2017, 21:44

Interessanter wird es da schon bei diversen Kugelkakteen im fortgeschrittenen Alter. War es da wirklich eine fehlerhafte Kultur inkl. Lichtmangel? Oder ist es einfach nur das Alter, welches aus den Kugeln kleine Säulen gemacht hat? Oder eine Kombination aus beidem? Meist kennt man die Pflanzen ja in eher jüngerem Stadium von Fotos oder auch aus der eigenen Sammlung.

Hier mal zwei Beispiele von der Börse in Schweinfurt. Das erste ist ein Acanthocalycium glaucum, welches mir trotz des säuligen Habitus von der Bereifung (welche auf dem Foto nicht annähernd rüberkommt) her einfach super gefallen hat. Ich hab wirklich lange überlegt, ob ich mir das Teil mitnehm:

Werden die als alte Säcke wirklich so extrem säulig? Laut Anderson immerhin "6-15 cm hoch".

Noch extremer ist die Mammillaria albiflora. Jeder Börsenbesucher durfte/sollte am Glücksrad drehen. In meiner Gewinnkategorie hat mich eigentlich gar nichts angesprochen - außer die Mammillaria albiflora, welche ich zwar im zunehmenden Alter schon als gestreckt wachsend kenne. Aber so extrem?

Kulturfehler oder Alter? Die ist so hässlich, dass sie fast schon wieder genial aussieht. Laut Anderson "bis 5 cm hoch und höher".

Sicher habt ihr in eueren Sammlungen auch so Pseudo-Cereen, oder? Immer her damit!
"Man vermeide, wenn man sich schon mit Kakteen befassen will, jede Art von Humor und Toleranz." - Glossen-Autor aculeatus in der Stachelpost 1969


3

Freitag, 5. Mai 2017, 00:22

immerhin "6-15 cm hoch

....bei welchem Dm.?

Immer her damit!

....aus einer Sammlungsauflösung hatte ich mal Epithelanthen, die sahen ähnlich aus.... :wacko:
Sukkulentenfieber ist eine schwere Krankheit! Wer sich infiziert hat, ist nicht zu retten!
Hauptsache, der frühe Vogel säuft nicht meinen Kaffee!!
Tom

4

Freitag, 5. Mai 2017, 08:37

bei welchem Dm.?
3 - 7 cm, laut Herrn Anderson.


aus einer Sammlungsauflösung hatte ich mal Epithelanthen, die sahen ähnlich aus
Aber gepfropft, oder? Solche Wüstenpflanzen bekommt man doch nicht mal mit dauerfeuchter, düngerbetonter Wasserpflanzenkultur zu solchen Stengeln.


Ansonsten fiel mir grad noch der alte Echinofossulo ein:
"Man vermeide, wenn man sich schon mit Kakteen befassen will, jede Art von Humor und Toleranz." - Glossen-Autor aculeatus in der Stachelpost 1969


5

Freitag, 5. Mai 2017, 12:57

Aber gepfropft, oder?

Nö, bewurzelt, aber so dicht an dicht gestellt, dass sie gar nicht anders wachsen konnten... :wacko:
Sukkulentenfieber ist eine schwere Krankheit! Wer sich infiziert hat, ist nicht zu retten!
Hauptsache, der frühe Vogel säuft nicht meinen Kaffee!!
Tom

6

Freitag, 5. Mai 2017, 13:47

Da liegt dann also der Hund begraben. Somit auch eine Art Kulturfehler.
"Man vermeide, wenn man sich schon mit Kakteen befassen will, jede Art von Humor und Toleranz." - Glossen-Autor aculeatus in der Stachelpost 1969


7

Freitag, 5. Mai 2017, 14:21

Ein super interessanter Beitrag, Matthias - Danke dafür!
Wo hast du nur diese absolut verhunzten armen Kakteen abgelichtet? Und deren Besitzer scheinen sich ob deren trauriger Gestalt noch nicht mal zu schämen.........
Der Sulco ist noch am besten, da kann man sich mit viel Phantasie einen Mini-Saguaro vorstellen.
Die anderen beiden sind einfach nur....gruselig ;(

Alt und säulig ist dagegen in Würde gealtert, das darf sein. Und der große alte Echinofossulo kindelt ja sogar - so ist für Nachwuchs gesorgt ;)
Die finde ich schön- und da stört mich deren vielleicht untypischer Pseudosäulenwuchs auch überhaupt nicht.
Bei mir gibt es eine von Oma ererbte Lobivia (?), die fühlt sich auch wie ein Cereus. Und ist dazu noch im unteren Bereich wiesenbewohnertypisch verholzt.
Aber sie hat die allererste Knospe ever - und die sieht wirklich nach Lobivia aus.
Fotografiere ich am Wochenende mal, jetzt muss ich zur Arbeit.

Viele Grüße in die Runde!

8

Freitag, 5. Mai 2017, 14:31

Und der große alte Echinofossulo kindelt ja sogar
Ist ja ein altes Foto. Der Nachwuchs wächst und blüht längst auf eigenen Wurzeln im eigenen Töpfchen.


Wo hast du nur diese absolut verhunzten armen Kakteen abgelichtet?
In einem Dresdner Treppenhaus. Die hatten wir doch schon im Dezember hier...

Hab ja bewusst diese Extremvergeilungen getrennt von den in Würde (oder doch in Kombination mit Kulturfehlern?) gealterten Exemplaren in zwei verschiedenen Beiträgen eingestellt. ;)
"Man vermeide, wenn man sich schon mit Kakteen befassen will, jede Art von Humor und Toleranz." - Glossen-Autor aculeatus in der Stachelpost 1969


9

Freitag, 5. Mai 2017, 14:42

Somit auch eine Art Kulturfehler.

Absolut. Aber lästern wir mal nicht über einen Verstorbenen, die letzten Jahre hat er nichts mehr ändern können..........außer früher abgeben..... :wacko:
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Tom

10

Freitag, 5. Mai 2017, 15:31

Natürlich soll über niemanden gelästert werden, schon gar nicht posthum - aber Kern des Threads ist ja: Ist die Wuchsform der Kakteen in Beitrag 2 "normal" und "natürlich", oder auf Kulturfehler, welcher Art auch immer, zurückzuführen?
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11

Freitag, 5. Mai 2017, 15:37

Die Mammillaria gefällt mir gut ;) . Sieht immer noch natürlich aus und erinnert mich an einige Uralt-Chilenen, die ich mal hatte und auch in die Höhe gingen. Das Acanthocalycium ist noch im Rahmen, oder? Glaucum wächst auch bei mir säuliger als die anderen Arten.

12

Freitag, 5. Mai 2017, 23:41

erinnert mich an einige Uralt-Chilenen
Du meinst sowas hier?


Okay, das ist jetzt die Eriosyce paucicostata subsp. paucicostata, welche auch im Habitat mal zylindrisch wächst. Aber gerade manche Eriosyce-Arten, welche sich im Habitat fast bis zur Unkenntlichkeit im Substrat verstecken, neigen im sehr fortgeschrittenen Alter in Kultur doch auch zu einem auffälligen Längenwachstum. Da sieht man mal, wie gut es denen in Kultur geht.

Ansonsten dank ich dir für deine Einschätzung. Du hast da mehr Erfahrung als ich und wenn du sagst, dass das beim Acanthocalycium glaucum im Rahmen ist, dann glaub ich dir das gerne. Hab halt bisher noch keine so alten, gestreckten Exemplare gesehen.
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13

Freitag, 12. Mai 2017, 18:19

So Matthias, da ich wieder daheim bin, habe ich mal geschaut. Das hier ist eine etwas jüngere A.glaucum. Ist unter den gleichen Bedingungen gewachsen wie die andere Acanthos, aber ist (noch) lange nicht so kugelig.

14

Freitag, 12. Mai 2017, 18:43

Danke dir! Dann scheinen die sich ja wirklich gerne zu strecken - und schon mag ich meinen glauken Säulen-Acantho noch mehr. ;)
"Man vermeide, wenn man sich schon mit Kakteen befassen will, jede Art von Humor und Toleranz." - Glossen-Autor aculeatus in der Stachelpost 1969


15

Samstag, 13. Mai 2017, 00:11

....also, alles völlig normal.... ;)
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Tom

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